Erstellt am 03. April 2016, 16:16

von Wolfgang Millendorfer

FPÖ-Parteitag: 93,33 Prozent für Hans Tschürtz. Wahlkampf-Auftakt mit FP-Präsidentschaftskandidat Hofer und Bundesobmann Strache. Landesvize Tschürtz als mit breiter Mehrheit als Obmann wiedergewählt.

 |  NOEN, Wolfgang Millendorfer
„Blauer Sonntag“ in Eisenstadt: Bereits am frühen Vormittag tummelten sich FPÖ-Delegierte und Sympathisanten rund ums Kulturzentrum, wo Präsidentschaftskandidat Norbert Hofer seinen Wahlkampf-Auftakt als Heimspiel feierte. Unterstützung gab’s von Bundesparteichef Heinz-Christian Strache und der gesamten blauen Landesspitze. Diese tagte am Nachmittag auch zum 32. Landesparteitag, bei dem Hans Tschürtz mit 93,33 Prozent der Stimmen als Obmann wiedergewählt wurde. Bei der Abstimmung gab es keinen Gegenkandidaten. Von insgesamt 135 Delegierten stimmten 126 mit ja, acht mit nein; eine Stimme war ungültig.



Noch vor drei Jahren musste Tschürtz ein Votum von nur 71,4 Prozent wegstecken; dieses Mal fuhr er das beste Ergebnis ein. Seine Stellvertreter mussten sich mit weniger zufrieden geben: Ilse Benkö erhielt 85,82 Prozent, Géza Molnár 76,12 Prozent und Alexander Petschnig 76,87 Prozent.

In seiner Parteitags-Rede verwies Tschürtz auf die „blaue Handschrift“ in der rot-blauen Landesregierung: „In einer Schnelligkeit, die uns niemand zugetraut hätte, ist es gelungen, viele Vorhaben umzusetzen. Dinge, die es mit der ÖVP in hundert Jahren nicht gegeben hätte.“ Strache zollte Tschürtz Respekt – und ebenso SPÖ-Landeshauptmann Hans Niessl, „der die Ausgrenzungspolitik überwunden und das Brett vorm Kopf entfernt“ habe, so Strache.

Überschattet war der Landesparteitag vom kritischen Gesundheitszustand des FPÖ-Klubobmannes Gerhard Kovasits.

Hofer: „Neuwahlen notwendig“

Die Themen Sicherheit und Asylpolitik standen nicht nur bei Tschürtz ganz oben, vor allem auch am Vormittag gab es von Strache und Hofer dazu teils scharfe Ansagen zu hören. Beide warnten vor einer „muslimischen Mehrheit in Österreich“ und kritisierten die Bundesregierung.
Bei der Bundespräsidentenwahl sieht sich Hofer auf gutem Weg Richtung Stichwahl. Und, so Hofer: „Wenn SPÖ und ÖVP es nicht schaffen, ihre Kandidaten in die Stichwahl zu bringen, dann haben wir auch bald Neuwahlen. Und das ist aus meiner Sicht auch notwendig.“
 

In der kommenden Ausgabe der BVZ lesen Sie am Mittwoch ein Interview mit Norbert Hofer.