Erstellt am 08. Dezember 2010, 00:00

Frau ging auf Taxler los. PROZESS / 2800 Euro Schmerzensgeld soll die Eisenstädterin dem Taxler zahlen. „Sicher nicht!“, stürmte sie empört davon.

 |  NOEN

EISENSTADT/ST. GEORGEN / Am 13. April 2010 hatte eine 38-jährige Ungarin, die in Eisenstadt lebt, Streit mit ihrem Lebensgefährten. Wegen der heftigen Auseinandersetzung, die in einem Eisenstädter Lokal stattfand, musste sogar die Polizei intervenieren. Später bestellte sich das Paar ein Citytaxi, um vom Eisenstädter Domplatz nach St. Georgen zu fahren. Im Auto wurde weitergestritten. In St. Georgen stieg der Lebensgefährte aus, die Fahrt wurde bezahlt. Die Ungarin schimpfte jedoch weiter – auch in Richtung des 41-jährigen Taxlers.

„Er bezeichnete mich als Nutte, das hätte Sie auch in Rage gebracht!“, erklärte die Angeklagte dem juristischen Vertreter des Taxifahrers, Dr. Dieter Gschiel, ihren damaligen Gemütszustand. Der Taxifahrer saß im Auto, die Ungarin stand davor. Sie soll mehrmals mit dem Fuß auf den Mann eingetreten haben. Dieser erhob die linke Hand, um die Tritte abzuwehren. Dabei sollen ihm ein Bruch eines Mittelhandknochens sowie diverse Abschürfungen, Prellungen und Blutunterlaufungen zugefügt worden sein.

Ungarin bestritt die  Tritte gegen den Taxler

Sie sei gar nicht dazu in der Lage gewesen, derartige Tritte auszuführen, erklärte die Beschuldigte, da sie unter Schmerzen an der Lendenwirbelsäule leide. Eine Bandscheibenvorwölbung sei ihr attestiert worden. Der medizinische Sachverständige Dr. Wolfgang Denk erklärte dazu: „Unter der gegebenen Alkoholbeeinträchtigung und in einem Erregungszustand sind auch Bewegungen möglich, die beim Arzt nicht mehr ausgeführt werden können.“ Die Frau bestritt, dem Taxler die Hand gebrochen zu haben.

Richter Dr. Wolfgang Rauter verurteilte die Ungarin zu acht Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung und zur Zahlung eines Schmerzensgeldes von 2800 Euro an den Taxifahrer. Der Richter warf ihr vor, sich schon während der Taxifahrt unangemessen verhalten und den Taxifahrer provoziert zu haben. Sie werde das Schmerzensgeld „sicher nicht“ bezahlen, antwortete die Angeklagte und kündigte an, gegen das Urteil zu berufen.