Erstellt am 07. August 2013, 00:00

„Freierschlepperei“ im Rotlichtmilieu. Fragwürdig / Bordell zahlt 20 Prozent vom Umsatz der Kunden an Taxilenker. Taxilenker sollen dies jetzt auch von anderen verlangen.

Von Bettina Eder

BEZIRK / Ein „Superangebot“ erhitzt derzeit im hiesigen Rotlichtmilieu die Gemüter. Statt an den Kunden geht das aber an den Taxilenker, der den Kunden fährt. Ein Nachtclub im Nordburgenland zahlt allen Taxilenkern ein Zuckerl: 20 Prozent vom Gesamtumsatz des Fahrgastes, den der betreffende Lenker dort abliefert.
Beworben wird das mit Infoblättern (siehe Faksimile), die in der Branche verteilt werden. Der Umsatz des Gastes wird penibel notiert. „Anonym ist anders. Jeder Taxler weiß somit, wer die Umsatzbringer im Bordell sind“, so ein Bordellbetreiber. Das finanzielle „Zuckerl“ wollen einige Taxifahrer jetzt auch von den anderen Nachtclubs, wie ein anderer Nachtclubbesitzer schildert: „Wir werden massiv unter Druck gesetzt, auch 20 Prozent zu zahlen. Wenn nicht, fahren sie die Gäste nicht zu uns. Manche sind so dreist und verlangen sogar 50 Prozent.“

Was den Bordellbesitzer ebenfalls stört: „Selbst Kunden, die zu uns wollen, wird davon abgeraten. Die arbeiten brutal auf ihre 20 Prozent hin.“ „Dass Taxilenker mehr als einen Kaffee oder ein Gratisgetränk bekommen, ist bekannt, 20 Prozent sind aber heftig. Das sind aggressive Geschäftspraktiken. Und, ob das alles versteuert wird, ist zu bezweifeln. Wenn die Bordelbesitzer wirklich erpresst werden, könnte das natürlich auch strafrechtlich interessant sein“, so ein Kenner der Branche.