Erstellt am 09. Februar 2012, 12:56

Fünf Monate bedingt für Cannabisanbau. Weil er für den eigenen Gebrauch einige Cannabispflanzen angebaut und sich außerdem seit Jahrzehnten Cannabiskraut zum Rauchen gekauft haben soll, ist ein Burgenländer am Donnerstag im Landesgericht Eisenstadt vor Gericht gestanden.

Der 59-Jährige mit abgeschlossenem Jusstudium wurde nicht rechtskräftig zu fünf Monaten bedingter Haft verurteilt.
Der Staatsanwalt warf dem Beschuldigten vor, im Jahr 2009 fünf und in weiterer Folge bis zum 29. November vergangenen Jahres sechs Pflanzen kultiviert zu haben. Mit Drogen habe der Mann nicht gehandelt. Auf die Bemerkung von Richter Alfred Ellinger, dass er offenbar schon seit 1981 Cannabis konsumiert habe, antwortete der Beschuldigte: "Sehr peripher. Es ist schon lang her, dass ich das letzte Mal was geraucht habe." Er habe auch seit längerem nichts mehr gekauft. Den Eigenbau habe er betrieben, "weil ich mir eine Salbe machen wollte wegen meiner Rückenschmerzen."

Die Polizei habe bei Ermittlungen erfahren, dass der Beschuldigte zu Hause Cannabispflanzen anbaue, schilderte ein Kriminalbeamter. Daraufhin sei er zu ihm hingefahren, der Mann habe einer freiwilligen Nachschau zugestimmt. Dabei habe man die Pflanzen gefunden und sichergestellt. "Er war kooperativ", beschrieb der Ermittler das Verhalten des Burgenländers.

Der Platz des Rechtsbeistandes blieb diesmal leer, denn der Beschuldigte verteidigte sich selbst. "Ich nehme an, sie werden um ein mildes Urteil ersuchen", meinte der Richter. "Ich bitte um einen Freispruch eigentlich, weil ich seit längerer Zeit nicht mehr gekifft habe", sagte der 59-Jährige: "Und wenn, dann aus sentimentalen Gründen im Urlaub am Strand." Und das sei schließlich im Ausland gewesen.

"Aber auch hier haben Sie etwas angepflanzt", entgegnete ihm der Richter und fällte einen Schuldspruch im Fall der angeklagten Vorbereitung von Suchtgifthandel und unerlaubtem Umgang mit Suchtgift. Aufgrund des Geständnisses und der Ermittlungsergebnisse bestehe an der Schuld des Angeklagten kein Zweifel. Angesichts des Strafrahmens bis zu drei Jahren erscheine im Hinblick auf das Geständnis, das als mildernd zu berücksichtigen sei, eine bedingte Strafe schuld- und tatangemessen. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab, der Beschuldigte erbat sich drei Tage Bedenkzeit.