Erstellt am 05. September 2012, 00:00

Fußfessel für Ex-Banker. STRAFE ABARBEITEN / Der verurteilte Ex-Bank Burgenland-Mitarbeiter darf den Rest seiner Strafe zu Hause verbringen.

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VON DORIS FISCHER

EISENSTADT / Auf Schadenswiedergutmachung ist jener Bank Burgenland-Mitarbeiter aus, der vergangenes Jahr in der Filiale Neufeld 600.000 Euro an Kundengeldern veruntreut haben soll. Im Mai 2012 wurde er zu drei Jahren Haft verurteilt. Das Gericht gewährte ihm eine bedingte Strafe, was so viel heißt, dass er im April 2013 wieder freikommt. Nun hat er eine elektronische Fußfessel bekommen, um einer geregelten Arbeit und somit einem eigenen Einkommen nachkommen zu können. Schließlich muss der Verurteilte auch für die Rückzahlung der Schadenssumme aufkommen.

Bestimmte Kriterien müssen erfüllt werden

„Die Fußfessel ist eine Vollzugsform außerhalb der Anstalt“, beschreibt Justizanstalt-Leiter Oberst Günter Wolf die Strafform. Er selbst alleine entscheide, so Wolf, als Anstaltsleiter über die Verhängung von Fußfesseln. Es müssen aber gewisse Rahmenbedingungen gegeben sein. So darf der Strafrest nicht mehr als zwölf Monate betragen. Durch diese Vollzugsform hat der Verurteilte die Möglichkeit, einer geregelten Arbeit nachzugehen. „Wir erstellen ein Aufsichtsprofil. Wir wissen, wann er zur Arbeit geht und wann er wieder nach Hause kommt. Auch der Dienstgeber ist dann in den Vollzug eingebunden“, stellt Wolf fest.

Für jenen Ex-Oberbankmitarbeiter, der 9,25 Millionen Euro veruntreut haben soll, kämen, so Wolf, Fußfesseln nicht in Frage. „Ihm fehlen die zeitlichen Voraussetzungen“, meint der Justizanstalt-Leiter. Der Ex-Banker wurde nämlich zu 5,5 Jahren verurteilt. Einen Antrag hat er bislang, so Wolf, auch noch nicht gestellt.