Erstellt am 05. November 2013, 11:57

Fußfesseln im Dienst. Kurios / Polizist wurde nach einem Unfall mit Personenschaden zu einer Haftstrafe verurteilt und versieht nun mit Fußfessel Innendienst.

 |  NOEN, dpa - Bildfunk/Carsten Rehder (dpa)
Von Bettina Eder

EISENSTADT / Regelmäßig macht die umstrittene Fußfesselregelung in Österreich Schlagzeilen. Auch im Burgenland gibt es dazu jetzt einen äußerst kuriosen Fall. Ein zu einer Haftstrafe verurteilter Polizist versieht mit einer Fußfessel in Eisenstadt seinen Dienst.

Er war im Mai 2013 nach einem Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss am Landesgericht Eisenstadt wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer Haftstrafe im Ausmaß von fünf Monaten unbedingt verurteilt worden. Der Unfall selbst ereignete sich vor einem Jahr, im September 2012. Der Polizist war damals mit einem PKW unterwegs gewesen und hatte dabei einen Motorradfahrer verletzt –  soweit die Fakten aus dem Landesgericht Eisenstadt.

Innendienst in der Polizeizentrale

Brisantes Detail: Dem Beamten konnte laut Insidern auch nachgewiesen werden, dass er sich seinen Rausch im Dienst angetrunken hatte. Er stellte ein Ansuchen, die Strafe im elektronischen Arrest, also mit einer Fußfessel, absitzen zu dürfen. Der Antrag wurde bewilligt, und er ist nun einer von etwa 200, die österreichweit unter elektronischer Aufsicht stehen. Der Fall wurde seitens der Justizanstalt bestätigt. Er soll im Burgenland sogar schon der zweite gewesen sein.Betont wird, dass er nur Innendienst, keinen Exekutiv- oder uniformierten Dienst mache. Die BVZ erreichte den Polizisten am Arbeitsplatz, zu dem Fall wollte er allerdings keinen Kommentar abgeben: „Ich habe gerade viel Arbeit.“