Erstellt am 07. August 2011, 15:56

Gefängnisausbruch war für Häftlinge Kraftakt. Einen Tag nach ihrem Ausbruch aus der Justizanstalt Eisenstadt befinden sich zwei albanische Häftlinge im Alter von 37 und 39 Jahren weiterhin auf der Flucht.

"Bis jetzt haben wir sie noch nicht wieder in unserem Gewahrsam", so die Sprecherin der Justiz-Vollzugsdirektion, Cornelia Leitner, im Gespräch. In der Justizanstalt wurden die Umstände der Flucht am Montag nochmals genau untersucht. Um ins Freie zu gelangen, bedurfte es für die beiden Männer eines ziemlichen Kraftaktes.

Die zwei Albaner, die in der Küche mitarbeiteten, entkamen durch das etwa 40 mal 40 Zentimeter große Gitter eines Belüftungsschachtes. Dieses wurde "mit massiver Gewalt aufgestemmt, so dass sie sich durchzwängen konnten", erläuterte Leitner.

Die angewendete Hebelwirkung war so groß, dass sowohl das mit massiven Schrauben gesicherte Gitter als auch die dahinter befindliche, eingemauerte doppelte Eisenarmierung aus der Verankerung gedrückt wurden. "Sie haben es geschafft, diese drei Schichten praktisch auszuhebeln", schilderte Leitner. Als "Werkzeug" dürften die beiden Albaner dabei Utensilien verwendet haben, wie man sie in einer Küche finde. Durch die Öffnung gelang ihnen dann die Flucht.

Als Sicherheitsmaßnahme wird nun die Öffnung für die Belüftung - sie ist in Großküchen vorgeschrieben - "deutlich verkleinert" und mit einem Motor ausgestattet. Damit werde der Bereich besser gesichert, wenngleich dieser "auch jetzt schon gut gesichert" gewesen sei. Beim Dienstbetrieb soll nun auch in den wenigen Minuten, wo die Insassen bis jetzt in der Küche alleine waren, eine Ablöse eingesetzt werden, damit diese - auch solange die Bauarbeiten andauerten - nie unbeaufsichtigt sind.

Bei beiden Albanern war das Auslieferungsverfahren im Laufen: Es sei aber noch kein Termin festgestanden, wann die beiden verlegt werden sollten, so Leitner.