Erstellt am 02. Dezember 2015, 03:53

von Wolfgang Millendorfer und Alexandra Gollubics-Prath

Gelebte Menschlichkeit: AUVA-Pflegepreis für Kljajic. Die Trausdorferin Mirjana Kljajic pflegt ihren Mann Zvonko seit vier Jahren. Gemeinsam kämpfen sie sich ins Leben zurück.

Persönliches Engagement. Preisträgerin Mirjana Kljajic mit ihrem Gatten Zvonko. Bei der Preisverleihung im Landtags-Sitzungssaal gratulierten Reinhard Minixhofer, AUVA-Direktor Alexander Bernart, Landesvize Hans Tschürtz, Landesrat Norbert Darabos, AUVA-Landesstellenvorsitzender Rudolf Silvan und Franz Nechansky von der Wirtschaftskammer. Foto: LMS  |  NOEN, LMS

„Am Anfang war ich sehr nervös, als ich von der Ehrung erfahren habe. Jetzt bin ich aber schon stolz und möchte vor allem anderen Menschen Mut machen. Wenn man will, dann kann man alles“, sagt Preisträgerin Mirjana Kljajic im Gespräch mit der BVZ. Im Eisenstädter Landhaus wurde die Trausdorferin mit dem AUVA-Pflegepreis 2015 geehrt.

„Mein Mann gibt mir Motivation und Kraft“

Der 3. August 2010 war ein Schicksalstag im Leben der Familie Kljajic. Bei einem Sturz aus drei Metern Höhe zog sich Zvonko Kljajic schwerste Kopfverletzungen zu. Nach einem Monat zwischen Leben und Tod und einem langen Reha-Aufenthalt wird er von seiner Gattin Mirjana seit vier Jahren aufopfernd gepflegt.

„Ich habe es auch noch nie bereut, meinen Mann nicht in ein Heim gegeben zu haben. Er gibt mir Motivation und Kraft. Immer wenn er wieder etwas Neues kann, ist das für mich unbeschreiblich.“ So hat sich Zvonko Kljajic Stück für Stück ins Leben zurückgekämpft. Kürzlich hat er seiner Gattin, mit der er seit 28 Jahren verheiratet ist, sogar einen zweiten Heiratsantrag gemacht.

Für AUVA-Direktor Alexander Bernart ist Mirjana Kljajic „ein beeindruckendes Beispiel dafür, dass ein schwerer Schicksalsschlag nicht das Ende, sondern den Beginn von etwas Neuem bedeuten kann“. Der AUVA-Pflegepreis gilt seit 18 Jahren als Anerkennung für Angehörige: „Durch die Pflege zuhause erhalten schwer kranke Menschen Wärme und Geborgenheit“, erklärte Soziallandesrat Norbert Darabos bei der Preisverleihung.

Neben einer Urkunde wurde der Preisträgerin ein 1.000-Euro- Gutschein sowie ein Erholungsurlaub in einem behindertengerechten Hotel überreicht.