Erstellt am 29. Juni 2016, 08:02

von Werner Müllner

Kino Eisenstadt wurde fixiert. In der Gemeinderatssitzung vom Dienstagabend wurden die gesetzlichen Möglichkeiten für die Errichtung eines Kinos auf der Eisenstädter Osterwiese mit den Stimmen der ÖVP und SPÖ beschlossen. Grüne und FPÖ stimmten gegen die betreffenden zwei Tagesordnungspunkte.

NÖN St. Pölten

Der Entscheidung war eine lange Diskussion vorangegangen, in der FPÖ und Grüne darlegten, dass auch für sie ein Kino in Eisenstadt notwendig sei, man sich für die Ausarbeitung der notwendigen Verträge und Rahmenbedingungen aber mehr Zeit nehmen sollte, um keine Flüchtigkeitsfehler zu begehen.

„Wir haben mit uns wegen der Entscheidung gerungen“

Yasmin Dragschitz, Grüne

FPÖ-Gemeinderat Molnar zeigte in der Debatte Bedenken wegen der Kosten – er errechnete für die kommenden 15 Jahre rund 1,5 Millionen Euro – und erklärte unter anderem: „Wer zustimmt, geht auf Konfrontation mit den Anrainern und verschenkt ein wertvolles Grundstück der Stadtgemeinde.“

Yasmin Dragschitz von den Grünen erklärte: „Wir haben mit uns wegen der Entscheidung gerungen und ja, ich freue mich über das Kino; das heißt aber nicht, dass wir zu allem Ja und Amen sagen.“

Vizebürgermeister Günter Kovacs (SPÖ) betonte: „Der Vertrag ist sicherlich nicht zum Nachteil der Kino-Betreiber. Aber es handelt sich dabei um ein Engagement, das gefördert werden muss. Wir haben uns das in anderen Städten angeschaut, Salzburg zahlt z.B. 200.00 Euro jährlich für sein Kino.“

Bewerbung der (Innen-)Stadt mit Imagefilm im Kino

Bürgermeister Thomas Steiner (ÖVP) erklärte in seinen Schlussworten: „Ja, die Verträge bedeuten, dass wir jährlich 72.000 Euro (Anm.: 60.000 Euro exkl. Steuer) bezahlen und das Grundstück auf 70 Jahre verborgen. Das Kino ist ein Kultur- und Freizeitbetrieb, der der Stadt fehlt.“

Der Stadtchef nannte auch Zahlen, die für andere Einrichtungen in der Stadt jährlich aufgewendet werden: 115.000 Euro Fachhochschule, 108.000 Euro Haydnfestspiele und 50.000 Euro für das Kulturzentrum. Der Betrieb des städtischen Hallenbades kostet jährlich 600.000 Euro.

In der beschlossenen Vereinbarung wird die Nutzung von Kinoräumen für Filmvorführungen, Aufführungen und Vorträgen an spielfreien Zeiten bzw. Sondervorstellungen für städtische Schulen geregelt. Zudem soll einmal pro Monat ein sogenannter Qualitätsfilm gezeigt werden und damit ein Beitrag zur lebendigen Kulturlandschaft der Stadt geliefert werden.

Weiters wird die Bewerbung der Stadt, insbesondere der Innenstadt, im Kino über einen Imagefilm im Vorspann der Filmvorführungen und die Bewerbung in Schaukästen im Kinobereich geregelt. Das Kino trägt in seiner Bezeichnung ebenfalls das Wort Eisenstadt.