Erstellt am 27. April 2016, 05:14

von NÖN Redaktion und Markus Stefanitsch

Georg Gesellmann: Pfiat di, lieber „Schurl“ †. Der ehemalige BVZ-Journalist Georg Gesellmann erlag vorige Woche seiner schweren Krankheit.

Schwer erkrankt. Georg Gesellmann verstarb am vergangenen Dienstag.  |  NOEN, KuRIER
Erst im vergangenen Sommer hat der gebürtige Mattersburger, Georg Gesellmann, von seiner schweren Krankheit Kenntnis erhalten – am letzten Dienstag hat diese ihn 61-jährig aus dem Leben gerafft.

Der Historiker und „Burgenland-Kurier“-Journalist, der auch lange Jahre für die BVZ tätig war, hatte ein Gespür für das Ungewöhnliche. Beim Fotografieren betätigte er oft dann den Auslöser, wenn niemand damit rechnete – sozusagen waren seine Fotos aus der Hüfte geschossen.

Die Bandbreite seiner interessanten und informativen Geschichten spannte sich von der Innenpolitik über Fundiertes zum Wein und der Kultur. Seinen Features fehlte es nie an Originalität.

Er war es, der nach vorangegangener Kritik einer jungen Friseurin über Frisur und Haarfarbe einer Landesrätin, diese zum Friseur begleiten und beim Schneiden und Färben Fotos machen durfte.

Der Journalist liebte die schräge Perspektive. Bei seinen – von Politikern gefürchteten – Fotos, ebenso wie bei der Themenwahl seiner Artikel. Georg Gesellmann war immer auf der Suche nach ausgefallenen Geschichten, die er mit seinen unverwechselbaren Bildern auch zur Augenweide machte.

Die burgenländischen Medien verlieren mit Georg Gesellmann einen herausragenden Journalisten.
 

Nachruf: Mit Leib und Seele

Schon seit Monaten ist es anders geworden in der Journalistenszene. Spätestens seit Georg Gesellmann von seiner Krankheit gezeichnet beim Kurier nicht mehr seinen Dienst versehen konnte, klaffte eine Lücke auf. Wobei man es nicht Dienst nennen konnte.

„Schurl“ war Journalist mit Leib und Seele. Er war leidenschaftlicher Mattersburger, Burgenländer, Europäer. Stets ein Kämpfer gegen die Ungerechtigkeiten und für die schlechter Gestellten dieser Gesellschaft. Seinen eigenen Kampf hat er leider verloren.

„Schurl“ wird uns fehlen. Als Journalist, als Kollege, als Freund und vor allem als Mensch. Er hat bei all den Dingen, die er auch seines Berufes wegen kritisieren musste, nie das Menschliche außer Acht gelassen. Und diese Eigenschaft fehlt heute so vielerorts. Mach‘s gut Schurl! Wir vermissen dich und fühlen mit deiner Familie.