Erstellt am 27. Juni 2012, 00:00

„Gericht ist befangen“. BMW-BANDE / Luxus-Autos im Wert von 1,3 Millionen Euro wurden im Sommer 2010 gestohlen. Prozess neuerlich vertagt.

EISENSTADT / Knalleffekt im Prozess gegen die „BMW-Bande“: Der 37-jährige, massiv vorbestrafte Haupttäter hält sämtliche Richter des Landesgerichtes Eisenstadt für befangen. „Er erstattete eine Befangenheitsanzeige“, berichtete Richterin Mag. Birgit Falb. „Aufgrund dessen darf ich heute nicht gegen ihn verhandeln.“

Im Gerichtssaal saßen am Montag daher nur der 46-jährige Zweitangeklagte sowie zwei weitere mutmaßliche Mittäter, die im Laufe des Prozesses in das Verfahren einbezogen worden waren. Der Viertangeklagte, Besitzer eines Ferienhauses in Rust, wollte die Staatsanwaltschaft wegen Befangenheit ablehnen. Das sei jedoch nicht möglich, so Mag. Falb. Der 36-jährige Drittangeklagte, der keine Ladung erhalten hatte, ließ seinem Unmut freien Lauf: „Das Gericht ist nicht in der Lage, ordentlich über meine Sache zu entscheiden.“

Die Richterin wies seinen Antrag auf Befangenheit ab und erklärte: „Wir machen hier alle nur unseren Job. Keiner hat ewas gegen Sie persönlich.“

Alle drei im Gerichtssaal anwesenden Angeklagten bekannten sich nicht schuldig. Den Ungarn wird vorgeworfen, am Diebstahl von Luxus-Autos beteiligt gewesen zu sein. Innerhalb von zehn Monaten wurden 30 teure BMW und Audi im Wert von 1,3 Millionen Euro gestohlen.

Im Sommer 2010 verschwanden vom Parkplatz beim Römersteinbruch St. Margarethen teure BMW und ein Audi Q7 im Wert von 53.000 Euro. Andere Luxusautos wurden in Weiden/See, Rust, Podersdorf, Oggau, Jois, Sebersdorf und Lutzmannsburg gestohlen.

Von dem Wochenendhaus in Rust aus sollen die Täter ihre Diebstouren geplant haben. Belastet werden sie unter anderem von einem Autodieb, der in Graz seine Haftstrafe absitz t.

Ein weiterer Autodieb wurde am Montag per Videokonferenz mit einer Justizanstalt in Deutschland befragt. Er behauptete, die Angeklagten im Eisenstädter Schwurgerichtssaal nicht zu kennen. Der Prozess wurde vertagt, da zusätzliche Beweisanträge gestellt wurden.