Erstellt am 24. September 2015, 06:42

von Nina Sorger

Gerti Pfeiffer: Lebensliebe Seebühne. Ob Programmverkauf oder Reinigung des Festspielgeländes – Gerti Pfeiffer ist von den Seespielen Mörbisch nicht wegzudenken.

Bereit. Gerti Pfeiffer und ihre Kollegin beim Programmverkauf auf dem Festspielgelände. Foto: Nina Sorger  |  NOEN, Nina Sorger
Für so manchen Besucher der Seefestspiele wäre Mörbisch ohne sie nicht denkbar: Gertrude Pfeiffer steht während der Festspielsaison Abend für Abend mit einem Arm voll Programme und CDs bereit.

„Ab Anfang August träume ich sogar davon“

Doch den Hauptteil von Gerti Pfeiffers Wirken sehen die Besucher nicht: Denn die 67-jährige Mörbischerin organisiert nicht nur die Platzanweiser sowie den Programmverkauf. Bereits ab fünf Uhr morgens rückt sie an, um das Gelände von den Spuren des Vortags zu säubern.

Eine anstrengende Tätigkeit: „Im Winter mache ich ja nur das Festspielbüro in Eisenstadt sauber. In Mörbisch fängt es im Frühjahr mit der Grundreinigung an und geht dann bis zum Ende des Sommers. Da komme ich erst um halb zwölf in der Nacht nach Hause, daher ist dann ein Mittagsschlaferl nötig, um das durchzuhalten. Aber ab Anfang August kommen die Ermüdungserscheinungen trotzdem, und ich träume sogar von der Seebühne“, erzählt Gerti Pfeiffer, deren Beziehung zur Seebühne mit der Gründung der Seefestspiele vor 58 Jahren begann: „Ich hab schon als Kind mitgespielt, und dann bin ich nicht mehr weggekommen“, schmunzelt sie.

Viel Anstrengendes, viel Berührendes

Ebenso lang hat sie auch eine innige Verbindung zur Familie des Festspielgründers Herbert Alsen: „Meine Tante machte bei der Familie den Haushalt, und ich bin da ein- und ausgegangen. Wir waren ihre ,Mörbisch-Familie’. Auch um Frau Alsen hab ich mich in späteren Jahren gekümmert, bei ihr geschlafen, wenn sie allein war.“

Vor 30 Jahren übernahm sie auch die Reinigung der Seebühne – von den Garderoben in Pfahlbauweise bis hin zu Regisseur Heinz Marecek, der den Bühnenarbeitern Brathendln spendierte – und so manches Berührende: „Ich werde nie vergessen, wie Herr Alsen bei der letzten Vorstellung vor seinem Tod bat: ,Dreht mir einmal noch das Licht auf, damit ich die Bühne sehe‘“, erinnert sie sich.

Ob der anstrengenden Sommer dachte Gerti Pfeiffer auch schon manchmal ans Aufhören: „Das denk ich mir jedes Mal am Ende des Sommers, aber dann kommt die nächste Saison, und ich bin wieder da. Mein Mann sagt immer: ,Du gehst auf die Seebühne, bis du 100 bist‘“, schmunzelt sie.

Heuer hatte sie mit dem Festspielteam eine weitere Herausforderung zu meistern: den Umzug ins neue Festspielbüro im Kultur- und Kongresszentrum Eisenstadt. Denn auch hier wird Gerti Pfeiffer weiter sorgen, dass alles seinen Platz hat.