Erstellt am 18. Dezember 2015, 06:48

von Nina Sorger

Grant bei Campern. Dauercamper in Rust beklagen drastische Zinserhöhungen. Viele musste ihre Mobilheime umstellen. Rund 50 verließen den Platz. R

Leer. Zwischen den Campingparzellen klaffen Lücken. Rund 50 Camper im Ruster Storchencamp wollten sich das aufwendige Umstellen ihrer Mobilheime nicht mehr antun und gaben ihre Parzellen auf.  |  NOEN, Sorger

Noch vor dem Umbau des Ruster Campingplatzes – Neubau des Restaurants, des Eingangsbereiches und der Sanitäranlagen –  sorgen Zinserhöhungen und neue Abstände für Mobilheime für Unmut bei Dauercampern.

Nachdem der Pächter, die Ruster Freizeit Center und CampingbetriebsgesmbH, erneut einen Vertrag erhalten hatte, wurde der Zins für die Parzellen um teilweise 100 Prozent erhöht und ein zusätzlicher Beitrag eingefordert. „Ich soll künftig statt 991 Euro über 2.500 Euro zahlen, obwohl der Campingplatz noch immer desolat ist – das sehe ich nicht ein! Auf was hinauf basiert diese Erhöhung?“, empört sich ein Dauercamper.

Außerdem sei nun ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Mobilheimen erforderlich: „Viele mussten ihre Mobilheime umstellen, damit die Abstände passen. Warum wurden wir nicht gleich auf diese Abstände hingewiesen?“ Rund 50 Dauercamper haben ihr Mobilheim aufgegeben.

Campingplatz-Pächterin Michaela Heeger-Gmeiner erklärt die Zinserhöhungen: „Uns wurde die Pacht von der Stadt Rust um 66 Prozent erhöht, außerdem müssen wir die Investitionskosten für den Neubau tragen. Das sind 1,2 Millionen Euro. Da wir den Zins nie erhöht haben und der Umbau für unsere Camper gemacht wird, müssen wir jetzt erhöhen.“

Zu den neuen Abständen zwischen Mobilheimen erklärt Rusts Bürgermeister Gerold Stagl: „Das wurde früher akzeptiert und es gab viel Wildbau. Seit drei Jahren gibt es aber ein neues Campinggesetz, das diese Abstände vorschreibt und das wir umsetzen müssen.“

„Leute wissen seit 2014 von neuen Abständen“ 

„Die Leute wissen seit dem Vorjahr, dass sie was ändern müssen, seit damals hängt ein Plan aus. Da wir bis zum Sommer nicht wussten, ob wir den Pachtvertrag bekommen, haben wir gesagt, sie sollen mit dem Umsetzen warten, aber sie hatten genug Zeit, sich eine Lösung zu überlegen“, erklärt Heeger-Gmeiner. Die Abwanderung tue ihr „leid“, so Heeger-Gmeiner: „Tatsächlich waren die meisten der betroffenen Camper schon älter – und auch ihre Mobilheime waren schon alt. Sie wollten sich das nicht mehr antun.“ Laut Stadtgemeinde sollen 2016 Planung und Ausschreibungen für den Neubau des Campingplatzes stattfinden, sodass Ende 2016 die Arbeiten beginnen können.