Großhöflein

Erstellt am 22. August 2016, 16:09

Initiative plant Demo für Lärmschutzwand an der A3. In Großhöflein und Müllendorf, zwei Gemeinden an der Südostautobahn (A3) im Bezirk Eisenstadt-Umgebung, macht eine Bürgerinitiative für den Bau einer Lärmschutzwand mobil.

"Wir rechnen damit, dass der Verkehr weiter zunimmt." Bei einer Verlängerung der Autobahn ins Nachbarland - "die Ungarn bauen schon fleißig"  |  NOEN, Erwin Wodicka

Kommenden Montag wollen Bewohner, die eine Reduktion der Lärmbelastung fordern, in Eisenstadt demonstrieren, bestätigte Sprecher Thomas Glock am Montag einen Bericht des "Kurier".

Mehr als 40.000 Fahrzeuge täglich und an Freitagen manchmal sogar bis zu 50.000, würden inzwischen über die Autobahn rollen. Dabei sei diese gemäß dem Errichtungsbescheid von 1978 für 3.000 bis 5.000 ausgelegt worden. Die Bevölkerung in beiden Gemeinden leide unter den Folgen.

"Bei 45 Dezibel am Abend im Garten zu sitzen oder zu schlafen, das geht einfach nicht", sagte Glock zur APA. Ein kleinerer Teil der Bevölkerung sei einer Belastung von im Schnitt 65 Dezibel ausgesetzt: "Das ist gesundheitsgefährdend."

Ortschaften gegen Lärm schützen

Seitens der Politik sei versprochen worden, etwas zu tun, "aber das ist nicht passiert". Die Asfinag plane zwar den Bau einer Lärmschutzwand, jedoch erst ab 2019 und mit einem Kilometer Länge deutlich kürzer, als man dies seitens der Bürgerinitiative fordert. "Uns geht es darum, dass man beide Ortschaften gegen den Lärm schützt", meinte Glock. Deshalb trete man für einen vier Meter hohen, 3,7 Kilometer langen Lärmschutz an der A3 ein, der sich vom Knoten Eisenstadt bis zur Eisenbahnbrücke bei Müllendorf erstreckt.

Als Begleitmaßnahmen wünscht man sich ein nächtliches Tempolimit von 60 km/h für Lkw und 100 km/h für Pkw. Die Asfinag wolle in dem Bereich auch Flüsterasphalt aufbringen. Alle Maßnahmen zusammen könnten die Belastung um die Hälfte reduzieren, schätzte der Sprecher der Bürgerinitiative.

Verkehr soll weiter zunehmen

Schon heute sei die Zahl der die Ostautobahn benützenden Fahrzeuge ähnlich hoch "wie am Brenner", wenngleich auf der A3 der Lkw-Anteil deutlich geringer liege. "Wir rechnen damit, dass der Verkehr weiter zunimmt." Bei einer Verlängerung der Autobahn ins Nachbarland - "die Ungarn bauen schon fleißig" - würde der Lkw-Anteil steigen, argumentierte Glock.

Kommenden Montag, 29. August, will die Bürgerinitiative deshalb in der Landeshauptstadt demonstrieren. Geplant sei, dass der Zug sich um etwa 8.30 Uhr bei Wirtschaftskammer sammelt und gegen 8.30 Uhr abmarschiert. Um etwa 9.00 Uhr will man das Landhaus erreichen und Straßenbaulandesrat Helmut Bieler (SPÖ) eine Resolution übergeben.

Von der Landespolitik erwarte man sich, dass diese das Anliegen an Verkehrsminister Jörg Leichtfried (SPÖ) weitertransportiert werde. Auf diese Weise will man erreichen, dass die Asfinag das Lärmschutzprojekt früher in Angriff nimmt. In weiterer Folge will man sich im September um den NGO-Status bemühen. Damit würde man Parteienstellung bei der Umweltverträglichkeitsprüfung erhalten, wenn die Verlängerung der Autobahn komme, argumentierte Glock.