Erstellt am 21. November 2013, 23:59

von Nina Sorger

Grundsatz: Turnhalle. Gemeinderat / ÖVP setzte sich mit Grundsatzbeschluss für Turnhalle durch, SPÖ wollte dies erst später, weil Badsanierung Vorrang hat.

Profitiert. Die Volksschule Oggau verfügt über keinen eigenen Turnsaal und würde von einer Turnhalle profitieren. Bis dato fehlt das Geld in der Gemeindekasse, dennoch wollte die ÖVP einen Grundsatzbeschluss.  |  NOEN
Von Nina Sorger

Im Zentrum der Sitzung des Oggauer Gemeinderates am vergangenen Freitag stand ein Streitthema, das die Mandatare bereits seit rund 20 Jahren verfolgt: die ÖVP-Forderung nach einer Turn- und Mehrzweckhalle. Schriftlich beantragt, stand ein entsprechender Grundsatzbeschluss auf der Tagesordnung.

Dass ein Turnsaal nötig ist, darüber sind sich alle Fraktionen einig. Gestritten wurde über den Zeitpunkt des Grundsatzbeschlusses.

SPÖ: „Wir können uns jetzt sowieso keine Turnhalle leisten“

Die ÖVP wollte den Beschluss sofort: „Die Schulkinder, aber auch viele Vereine, die mit ihren Turnstunden nach St. Margarethen ausweichen mussten, würden davon profitieren“, so Vizebürgermeister Peter Eibl (ÖVP): „Um Kostenschätzungen machen zu lassen und um Förderungen anzufragen, brauchen wir einen Grundsatzzbeschluss, daher sollten wir den möglichst schnell fassen.“

Dagegen konterte die SPÖ: „Wir können uns jetzt sowieso keine Turnhalle leisten, weil wir das Schwimmbad sanieren. Sogar von der Gemeindeabteilung wurde uns gesagt, dass wir zwei so große Projekte nicht packen“, so Bürgermeister Ernst Schmid (SPÖ).

„Mit Grundsatzbeschluss wecken wir falsche Erwartungshaltung“

Die Sanierung soll zwischen 2,5 und drei Millionen Euro kosten. Einen Vorschlag der ÖVP, nur die Becken zu sanieren und Kantine und Kabinen erst später, lehnte er ab: „In dem Zustand kriegen wir keine Genehmigung für die Kantine. Außerdem: Mit einer schönen Kantine können wir mehr Miete verlangen und kriegen Geld in die Gemeindekasse – auch für eine Turnhalle“, so Schmid.

„Wenn wir jetzt einen Grundsatzbeschluss fassen, wecken wir eine falsche Erwartungshaltung. Wir können an den Bau einer Turnhalle frühestens in drei-vier Jahren denken“, gab SP-Gemeindevorstand Johann Kröss zu bedenken.

VP-Antrag auf Grundsatzbeschluss wurde angenommen

Er stellte einen Gegenantrag: Ein Grundsatzbeschluss über die Errichtung einer Turnhalle soll erst gefasst werden, wenn diese auch errichtet werden kann. Dieser Gegenantrag wurde bei der Abstimmung abgelehnt.

Der Antrag der ÖVP auf Grundsatzbeschluss einer Turn- und Mehrzweckhalle wurde mit den Stimmen ÖVP und FBL (Freie Bürgerliste) beschlossen.