Erstellt am 07. August 2011, 15:56

Häftlinge ausgebrochen: Fahndung erfolglos. In Eisenstadt sind Sonntagvormittag zwei Häftlinge aus der Justizanstalt ausgebrochen. Die beiden Männer nutzten die Essensausgabe zur Flucht.

Laut Cornelia Leitner von der Vollzugsdirektion handelt es sich um zwei wegen mehrfachem Einbruch nicht rechtskräftig verurteilte Albaner. Eine Alarmfahndung verlief negativ und wurde nach Angaben der Sicherheitsdirektion Burgenland gegen 12.45 Uhr eingestellt.

Der Ausbruch ereignete sich gegen 10.30 Uhr. Die zwei Männer, der 37-jährige Kastriot D. und der 39-jährige Kastriot E., arbeiteten am Sonntag in der Küche. Während der Essensausgabe waren sie kurz alleine. Diesen Augenblick dürften sie genutzt haben, um durch ein manipuliertes Fenstergitter zu entkommen. Dass die Männer bei der Ausgabe der Speisen kurz alleine gelassen werden, sei üblich, sagte Leitner. Es habe in ihrem Verhalten keine Auffälligkeiten gegeben.

Wie weit der Ausbruch vorbereitet war, "wissen wir noch nicht, das wird untersucht", erklärte die Sprecherin. Nachdem dreimal täglich Essen ausgegeben wird und die Männer schon länger in der Küche arbeiteten, wäre es durchaus möglich, dass sie das Fenstergitter bereits im Vorfeld manipulierten.

Der 39-Jährige sitzt seit September 2010 wegen Eigentumsdelikten in Haft und wurde nicht rechtskräftig zu sechseinhalb Jahren verurteilt. Der zweite 37-jährige Häftling ist ebenfalls seit September 2010 im Gefängnis. Zusätzlich zu Eigentumsdelikten wurde er wegen leichter Körperverletzung nicht rechtskräftig zu vier Jahren Haft verurteilt.

Die Justizanstalt Eisenstadt zähle zu jenen Gefängnissen mit dem höchsten Ausländeranteil, sagte Leitner. Die beiden Männer hätten sich im Vollzug nichts zuschulden kommen lassen, deshalb war die Wahl bei der Suche nach Arbeitskräften für die Küche auf sie gefallen. Weil Arbeitskräfte gebraucht wurden und ihre Urteile noch nicht rechtskräftig waren, saßen die Häftlinge noch in der Justizanstalt Eisenstadt ein und nicht - wie für das Strafausmaß üblich - in einer Strafvollzugsanstalt.

Nach der Flucht der zwei Albaner löste die Polizei eine Alarmfahndung in den Bezirken Eisenstadt-Umgebung, Mattersburg und Neusiedl am See aus, an der insgesamt 49 Beamte beteiligt waren. Stark befahrene Straßen wurden abgeriegelt, zusätzlich patrouillierten Streifen, hieß es von der Sicherheitsdirektion Burgenland. Auch die Nachbarbundesländer sowie die Kontaktbüros der Polizei wurden verständigt. Die beiden Geflüchteten werden mittlerweile europaweit gesucht. Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 059133-10-2222 oder in jeder anderen Polizeidienststelle entgegen.