Erstellt am 27. Oktober 2010, 00:00

In der Bar spritzte Blut. HEFTIG / Zu später Stunde eskalierte in Siegendorf ein Eifersuchtsstreit. Jetzt trafen sich die Beteiligten vor Gericht.

BEZIRK EISENSTADT / Alkohol und Eifersucht bildeten am 28. Februar die explosive Mischung, aufgrund derer einige Gäste in einem Siegendorfer Lokal die Fassung verloren. Die Auseinandersetzung gipfelte gegen fünf Uhr morgens in einem Polizeieinsatz. Vorige Woche trafen sich die Beteiligten im Bezirksgericht Eisenstadt wieder.

Auf der Anklagebank saßen eine aus der Dominikanischen Republik stammende 49-jährige Köchin und ein 41-jähriger Elektriker. Der Köchin wird vorgeworfen, eine ihr bekannte, ebenfalls aus der Dominikanischen Republik stammende Frau am Kopf verletzt zu haben. Der Elektriker soll die Köchin im Zuge des Streits geschlagen und getreten haben.

Die Sachlage ist etwas kompliziert. Der Übersichtlichkeit halber nennen wir jene Frau, die die Kopfverletzung erlitt, Frau P. Sie betrat am 28. Februar spätnachts mit dem Elektriker und dessen Gattin die Bar. Dort saß ihr Freund, der gleichzeitig der Stiefsohn der Köchin ist und eine andere Frau küsste.

„Ich nahm sie an den Haaren  und stieß sie weg“

„Frau P. begann zu schimpfen“, berichtete der Elektriker. Die Köchin mischte sich in die Auseinandersetzung ein. Beim Versuch, den Streit zu schlichten, sei sie von der Frau des Elektrikers angespuckt worden. „Ich nahm sie an den Haaren und stieß sie weg“, so die Köchin. „Sie ging wie eine Furie auf meine Frau los!“, empörte sich der Elektriker. Er wollte seiner Frau zu Hilfe kommen und soll dabei die Köchin verletzt haben. Kurze Zeit später habe er zwischen der Köchin und Frau P. eine „Schreierei auf Spanisch“ gehört.

„Ich sah, wie die Köchin mit einem Gegenstand schnurstracks auf Frau P. losging und ihr eine drüberzog“, so der Elektriker. Das Opfer sei zusammengesackt, das Blut sei gespritzt. Frau P. wurde mit einer Kopfverletzung ins Spital gebracht.

Vor Bezirksrichter Mag. Thomas Bruckner bekannten sich beide Beschuldigten „nicht schuldig“. Da für eine Zeugin ein Dolmetscher benötigt wird und andere Zeugen nicht einvernommen werden konnten, wurde der Prozess auf 13. Jänner vertagt.