Erstellt am 07. Oktober 2015, 05:52

von Werner Müllner

Zelte bald Geschichte. Die Gemeinde informierte rund um alle Anliegen und Fragen in Sachen Flüchtlinge in Eisenstadt.

Bürgermeister Steiner verspricht, dass die Zelte bald Geschichte sind.  |  NOEN, Müllner

Über zweihundert Interessierte waren zu einer Infoveranstaltung betreffend der Flüchtlingssituation in Eisenstadt gekommen.

„Wir haben eine moralische und auch politische Verantwortung gegenüber Menschen, denen Gewalt angetan wurde“, erklärte Istvan Deli, Flüchtlingsbeauftragter der Stadt Eisenstadt, einleitend.

„Wenn ich ein Gefühl beschreibe, dann Dankbarkeit“

Polizei, Innen- und Außenministerium, Rotes Kreuz sowie diverse Hilfsorganisationen erklärten die derzeitige Lage aus ihrer Sicht, beziehungsweise erklärten, wo und wie man helfen kann.

Für die Polizei sprach Stadtpolizeikommandant Friedrich Tinhof: „Wir haben nur sehr wenige Asylanträge zu bearbeiten. Und wenn ich ein Gefühl der Flüchtlinge beschreiben muss, mit dem sie uns entgegentreten, dann ist das Dankbarkeit.“

Schwierigkeiten mit den Flüchtlingen seien eine Seltenheit. Tinhof: „Es geht dabei nie gegen Österreich, meistens streiten die Nationalitäten untereinander.“

Er erklärte weiter: „In Sachen Kriminalität wirken sich die Flüchtlinge überhaupt nicht aus. Wir hatten erst zwei Fälle, in die Flüchtlinge involviert waren.“ Zwecks „gesehen werden“ hat man die Streifen in der weiteren Umgebung der Zelte verstärkt.

Ängste: „Jeder wird geheimdienstlich durchleuchtet“

Bürgermeister Thomas Steiner erklärte im Zuge der Veranstaltung, dass geschaut werden muss, dass die Menschen hier leben können und dass die Eisenstädter damit leben können. Sein großes Ziel: „Ich bin mir sicher, dass die Zelte zur Flüchtlingsbetreuung in kurzer Zeit wegkommen.“

Wahrscheinlich werden sie durch Wohncontainer ersetzt. Auf die Frage, ob Gefahr drohe, dass mit dem Flüchtlingsstrom IS-Terroristen ins Land kämen, beruhigte Michael Schwartzinger vom Aussenministerium: „Jeder Mensch, der hier um Asyl ansucht, wird geheimdienstlich sehr genau durchleuchtet. Außerdem – die Werbemaschine der IS läuft übers Internet, da wird kein Flüchtlingsstrom dazu benötigt.“

Und er fasste es abschließend treffend zusammen: „Wenn sich Muslime und Christen verstehen, dann ist das die größte Niederlage für die Terroristen.“