Erstellt am 02. September 2015, 05:57

von Werner Müllner

Istvan Deli: Ein Flüchtling als Berater. Istvan Deli ist Integrationsbeauftragter, Michael Hamedl wird unter anderem diese Agenden in der Gemeinde betreuen.

Neu. Michael Hamedl neu im Rathaus, Bürgermeister Thomas Steiner und Integrationsbeauftragter Deli.  |  NOEN, Werner Müllner

Nur eine Stunde, bevor das Flüchtlingsdrama von Parndorf bekannt wurde (

), wurde in Eisenstadt ein Integrationsbeauftragter präsentiert.

Der Nominierte ist kein Unbekannter, dennoch dürften nur die wenigsten wissen, dass Istvan Deli (ÖVP) selbst ein Flüchtling war, der seine Heimat in Eisenstadt gefunden hat.

Nach Jugoslawien-Zerfall ins Burgenland gekommen

Istvan Deli ist 1988 in Brèko (Bosnien und Herzegowina) geboren. Im Alter von drei Jahren flüchteten seine Eltern mit ihm aufgrund des kriegerischen Zerfalls Jugoslawiens nach Österreich. Dort kamen sie zuerst im Flüchtlingsheim Traiskirchen unter.

„Angesichts der derzeitigen Entwicklung im Asyl- und Integrationsbereich ist es besonders wichtig, in einer Stadt in der Größenordnung von Eisenstadt einen Ansprechpartner für diese Aufgaben zu installieren“, ist Bürgermeister Thomas Steiner(ÖVP) überzeugt.

An Delis Seite wird Michael Hamedl, der demnächst in den städtischen Dienst eintritt, Bürgerbeteiligung und Integration in der Verwaltung koordinieren.

Molnár: „Postenschacher, Miss- und Freunderlwirtschaft“

Diese Bestellungen ärgern die Opposition. „Es kann aber nicht sein, dass man damit einen ÖVP- oder sonstigen Gemeinderat betraut, oder diese Aufgabe, nur damit sie erledigt ist, einem Mitarbeiter des Rathauses dazugibt“, meint Vize Günter Kovacs (SPÖ).

Klubobfrau Yasmin Dragschitz (Grüne): „Unter dem Deckmantel der Flüchtlingsproblematik schafft die ÖVP schon wieder einen neuen Posten im Alleingang – wieder einmal ohne Ausschreibung und wieder einmal geht eine Stelle im Rathaus an einen treuen ÖVP-Funktionär.“

Géza Molnár (FPÖ) zu der Bestellung: „Für das Burgenland bewirbt Steiner als ÖVP-Obmann sein ‚Gegenmodell der Volkspartei‘. In Eisenstadt zeigt er, was er darunter versteht: Postenschacher, Miss- und Freunderlwirtschaft.“

„Ich habe die Aufgaben der Integration und Bürgerbeteiligung zur Aufgabe des Bürgermeisters und damit meines engsten Umfeldes im Rathaus gemacht“, so Steiner, „Aus diesem Grund wird Hamedl auch in meinem Büro arbeiten. Die Mitarbeiter im politischen Büro werden im Rathaus, so wie auch in den Regierungsbüros im Land, auch ohne Ausschreibung ausgewählt.“