Erstellt am 07. Mai 2012, 13:24

Juwelierraub: Bilder aus Überwachungskamera. Bei der Befragung hielt der Staatsanwalt dem Angeklagten Fotos einer Bankomatkamera in Eisenstadt vor.

"Das ist aufgenommen worden circa zwei Stunden vor dem Überfall", erklärte Ankläger Christian Petö. "Ja, das bin ich", bestätigte der 27-Jährige, der sich an diesem Tag mit zwei der späteren Täter in einem Cafe getroffen haben will. Er habe einen Golf übergeben müssen und sei dann um spätestens 15.00 Uhr - also etwa eine Stunde vor dem Raub - mit dem Zug nach Wien gefahren.

Auf dem Foto sei er mit einer Jacke zu sehen, die nach der Tat in einem Werkskanal in Wampersdorf (Niederösterreich) gefunden worden sei, sagte der Staatsanwalt. "Das kann sicher nicht diese Jacke gewesen sein", entgegnete der Serbe.

Ein Kriminalbeamter schilderte die umfangreichen Ermittlungen in dem Fall: Aus der Auswertung eines Mobiltelefons und verschiedener Simkarten schließe man, dass der Angeklagte in die Vorbereitungen für den Raub in Eisenstadt involviert gewesen sei und sich auch am 28. November 2005 in der Landeshauptstadt aufgehalten habe. Bereits am 17. September sei mit dem Handy in Eisenstadt telefoniert worden. Am Tattag sei das Mobiltelefon zuletzt um 9.41 Uhr in Eisenstadt erfasst worden.

"Es war eine Chronologie, die schlüssig war", meinte der Beamte zu den Ergebnissen der Auswertung. "Wissen Sie sicher, dass dieses Handy vom Angeklagten verwendet worden ist?", fragte ihn Verteidiger Rudolf Mayer. Er zog in Zweifel, dass aufgrund der Ergebnisse bewiesen werden könne, dass sein Mandant das Handy über längere Zeit hinweg verwendet habe.

Im ersten Fluchtfahrzeug, das die Räuber benutzten, seien "zwei eindeutige Spurenlagen" - winzige Blutspuren am Beifahrersitz und im Fonds - gesichert worden, berichtete der Ermittler. Dies deute darauf hin, dass die zwei Mittäter des Angeklagten die Vitrinen eingeschlagen und sich dabei verletzt hätten.

Drei Fluchtfahrzeuge waren so präpariert, dass durch den Abwurf von Eisenkrallen während der Fahrt Verfolger gestoppt werden sollten. "Man kann sich vorstellen, wenn mit einer gewissen Geschwindigkeit auf diese Krallen aufgefahren wird, was dann mit dem Polizeifahrzeug passiert", meinte der Ermittler. Die bei einem Raub in Deutschland und nach dem Überfall in Eisenstadt sichergestellten Krallen seien "form- und materialident", stellte der Beamte fest. Außerdem sei das verwendete Verpackungsmaterial gleich.

Die Ermittlungsergebnisse hatten die Kriminalbeamten auf eine Leinwand projiziert. Darunter befanden sich auch Bilder vom Krankenhausaufenthalt des angeschossenen Uhrmachers, der seit damals künstlich ernährt werden muss. Der Prozess wird am Nachmittag mit weiteren Zeugenbefragungen fortgesetzt.