Erstellt am 04. Juli 2012, 00:00

„Kaiser ohne Reich“. PROZESS / Weil er nicht die Opern-Produktionen in St. Margarethen leiten durfte, klagte Joachim Arnold die Esterházy Betriebe.

EISENSTADT /  115.000 Euro fordert Joachim Arnold von den Esterházy Betrieben. Er war 2010 als künstlerischer Leiter für die Opernfestspiele St. Margarethen und als Intendant für die Veranstaltungen im Schloss Esterhazy engagiert worden und hatte im Juli 2011 die fristlose Kündigung eingereicht, als sich abzeichnete, dass er 2012 nicht die künstlerische Verantwortung für die Opernfestspiele (OFS) tragen würde.

In der Vorwoche ging vor dem Eisenstädter Arbeits- und Sozialgericht die Konfrontation in die zweite Runde. Ein Urteil gab es nicht, das nächste Mal werden die Kontrahenten im Oktober aufeinandertreffen.

Ihm gegenüber sei die Situation so dargestellt worden, so Arnold, dass OFS-Intendant Wolfgang Werner über einen Vertrag bis 2013 verfüge. Dieser Vertrag sollte jedoch, so Arnold vor Gericht, 2011 in einen Langfristvertrag umgewandelt werden.

2011, im Jahr der Passionsspiele im Steinbruch St. Margarethen, inszenierte er auf der Nebenbühne „Don Giovanni“. Parallel dazu begann er mit den Planungen für die nächste große Oper: Carmen.

Der Langfristvertrag mit Wolfgang Werner kam nicht zustande. „Während der Proben zu Don Giovanni hörte ich von einem Vorsingen von Carmen, ohne dass ich informiert worden war. Da wurde mir klar, dass ich eine Klärung herbeiführen muss“, so Arnold. „Die gesamte Branche hätte sich über mich lustig gemacht: als Kaiser ohne Reich“, so Arnold.

In einer schriftlichen Stellungnahme der Esterházy Betriebe, die der BVZ vorliegt, heißt es, Joachim Arnold sei vor der Vertragsunterzeichnung im Juni 2010 „sehr genau im Bild über die Vertragsbeziehung OFS und Esterházy“ gewesen. Es habe völlige Klarheit darüber bestanden, dass der „Langfristvertrag ab 2014“ zwischen den OFS und Esterházy noch in Verhandlung sei.