Erstellt am 25. November 2015, 11:58

von Bettina Eder

Kampagne: 16 Tage gegen Gewalt. Am 25. November ist der Tag gegen Gewalt gegenüber Frauen. Seit 2004 bietet das Frauenhaus Eisenstadt Schutz.

Engagiert. Mit dem Internationalen Tag am Mittwoch startet nun auch die Kampagne »16 Tage gegen Gewalt an Frauen« - diese wird auch von Margit Plainer, Maria Rösslhumer, Sonja Platzer und Isabel Bernhardt (v.l.) vom Verein »Die Treppe« bzw. dem Frauenhaus Eisenstadt unterstützt.  |  NOEN, Eder

Jede fünfte Frau in Österreich ist zumindest einmal in ihrem Leben von Gewalt in ihrem direkten Umfeld betroffen – der Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt jeder Form gegenüber Frauen und Mädchen wird deswegen jährlich am 25. November begangen.

Studien: Jeder Frau kann Gewalt widerfahren

Viele Frauen suchen Schutz und Unterstützung, die sie im Burgenland etwa im Frauenhaus in Eisenstadt finden, das 2004 eröffnet wurde. „2015 fanden bereits 33 Frauen und 25 Kinder Schutz und Unterkunft bei uns“, so die Vorsitzende des Trägervereins „Die Treppe“, Gabriele Arenberger. Gleichzeitig können bis zu zehn Frauen mit ihren Kindern, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, untergebracht werden.

Studienergebnisse machen deutlich, dass jeder Frau – unabhängig ihrer Bildung, ihres sozialen Status oder ihrer Herkunft – Gewalt widerfahren kann.

„Oftmals sind es die Einrichtungen des Gesundheitswesens, welche die ersten Anlaufstellen für Opfer von geschlechtsbasierender Gewalt sind. Aus diesem Grund kommt dem Gesundheitssystem in Europa, aber auch in Österreich eine wesentliche Schlüsselrolle bei der Identifizierung und Versorgung von Frauen aus häuslicher Gewalt zu“, so Arenberger weiter.

Diese wichtige Stellung, die die Einrichtungen des Gesundheitswesens wie Ärzte oder Spitäler einnehmen, muss zur Unterstützung für Frauen aus häuslicher Gewalt und deren Kindern genutzt werden. Aus diesem Grund hat das Frauenhaus Burgenland mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder eine Kooperation im Kampf für den Opferschutz ins Leben gerufen.

Aufenthalt: „Neue Perspektiven werden entwickelt“

Im Frauenhaus arbeiten mehrere Sozialarbeiterinnen, die sich um die vor allem um die Psyche der Frauen und Kinder, die meist aus einer Akutsituation, die eine Krisenintervention erforderlich macht, aus dort Schutz suchen.

„Während des Frauenhausaufenthaltes finden kontinuierlich intensive Einzelgespräche mit den Klientinnen statt. Erlebte Gewalterfahrungen werden verbalisiert, neue Perspektiven entwickelt und an deren Umsetzung gearbeitet“, schildert eine Betreuerin.

Zusätzlich konnten 21 Frauen mittels ambulanter Betreuungen und 111 Frauen über Telefon beraten und unterstützt werden, zieht „Die Treppe“ weiter Bilanz.