Erstellt am 30. März 2012, 12:22

Kampf gegen Schlepper: Ehrung für couragierte Burschen. Die Polizei hat am Freitag in Eisenstadt zwei couragierten Burschen Dank und Anerkennung für ihren Einsatz im Kampf gegen die Schlepperkriminalität ausgesprochen.

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Die Jugendlichen im Alter von 15 und 16 Jahren hatten vor zehn Tagen Alarm geschlagen, als sie am Bahnhof in Wulkaprodersdorf  mehrere illegale Grenzgänger beobachteten, die aus einem Container sprangen. Als Dankeschön erhielten die beiden einen Hubschrauberflug und eine Urkunde. Seit Mitte Juli 2011 wurden im Burgenland insgesamt 615 illegale Grenzgänger aufgegriffen.
 
"Wir sind auf einer Bank gegenüber von einem Zug mit 16 Waggons, auf dem Container waren, gesessen und haben gesehen, dass da insgesamt neun Männer rausgehüpft sind", schilderten der 15-jährige Schüler Goran und der 16-jährige Maurerlehrling Manuel die Situation vom 20. März. Danach meldeten die Burschen beim Bahnhofsvorsteher den Vorfall, die Polizei wurde verständigt.
 
Laut Sicherheitsdirektor Erhard Aminger und Landespolizeikommandant Nikolaus Koch, die den Jugendlichen die Urkunde überreicht haben, haben die beiden "alles richtig gemacht". Denn selbst Helden spielen und nachlaufen - "das haben wir uns kurz überlegt" - wäre der falsche Weg gewesen. "Wahrnehmen und die Polizei verständigen", laute die Devise, erklärte Hauptmann Hans Halbauer. Entscheidend sei außerdem im Fall von Wulkaprodersdorf gewesen, dass der Schüler und der Lehrling auch beobachteten, in welche Richtung die Männer flüchteten. Insgesamt fünf Personen konnte die Polizei vergangene Woche schließlich festnehmen.
 
Die Schlepperkriminalität hat im Burgenland einen neuen Höhepunkt erreicht, so Aminger. Im Nord- und Mittelburgenland wurden seit vergangenen Juli bei 75 Aufgriffen 442 Personen, im Landessüden bei 20 Aufgriffen 173 Menschen geschnappt. Die meisten illegalen Grenzgänger kommen aus Afghanistan und Pakistan.
 
Aminger geht davon aus, "das die Migrationsströme nicht geringer werden", erklärte er im Anschluss im Gespräch. Denn, "das Thema Schlepperei ist ein lukrativer Geschäftszweig". Hinweise aus der Bevölkerung können im Kampf gegen diese Form von Kriminalität "entscheidend" sein.