Erstellt am 23. September 2015, 08:10

von Elisabeth Kirchmeir

Karin Knöchl: Eine Richterin für Simandl. Karin Knöchl wird in Eisenstadt das Verfahren gegen Ex-Begas-Chef Rudolf Simandl und sechs weitere Angeklagte führen.

Ex-Begas-Chef Rudolf Simandl wartet noch auf die Reaktion auf seinen Anklage-Einspruch.  |  NOEN, BVZ

Ein schwieriges, voraussichtlich langwieriges und juristisch kompliziertes Verfahren wird das Eisenstädter Landesgericht in absehbarer Zukunft beschäftigen.

Die Anklage gegen die Ex-Begas-Vorstände Rudolf Simandl und Reinhard Schweifer wird nämlich doch in Eisenstadt vorgetragen werden - einem Antrag des Landesgerichtes, ein anderes Gericht mit dem Prozess zu befassen, wurde vom Oberlandesgericht Wien nicht stattgegeben.

Delegierung des Prozesses angeregt

Seitens des Landesgerichtes Eisenstadt waren Befürchtungen geäußert worden, die Unabhängigkeit des Gerichtes könnte durch „vielfache Verflechtungen“ mit Zeugen beeinträchtigt werden. Daher war eine Delegierung des Prozesses nach Wien angeregt worden.

Das Oberlandesgericht Wien sah hingegen keine ausreichenden Gründe, um das Verfahren zu delegieren.

Am Landesgericht Eisenstadt werden Verfahren nach dem Zufallsprinzip den zuständigen Richtern zugeteilt.

Für das Verfahren gegen Rudolf Simandl und die weiteren Angeklagten fiel die Wahl auf eine erfahrene Richterin: Die Niederösterreicherin Karin Knöchl wird das umfangreiche Schöffenverfahren leiten.

Mehr als 100 Zeugen sollen bislang beantragt worden sein; es gilt, eine Fülle an angeklagten Fakten zu klären.

Der mutmaßliche Deliktzeitraum betrifft im Fall Simandl die Jahre von 1997 bis 2012, ein Zeitraum, in dem drei verschiedene Aufsichtsratsvorsitzende für die Begas tätig waren.

Rudolf Simandl wird vorgeworfen, durch Untreue, schweren gewerbsmäßigen Betrug, Veruntreuung und Geschenkannahme einen Schaden von vier Millionen Euro verursacht zu haben.

Simandl-Einspruch: Keine Entscheidung

Er hat, ebenso wie ein zweiter Angeklagter, Einspruch gegen die Anklage erhoben. Eine diesbezügliche Entscheidung des Oberlandesgerichtes ist noch ausständig.

Reinhard Schweifer wird sich wegen des Vorwurfs der Untreue verantworten müssen. Den anderen Angeklagten werden Beitragshandlungen zu Untreue und Betrug bzw. Untreuehandlungen und in einem Fall Falschaussagen vorgeworfen.

Für alle Verdächtigen gilt die Unschuldsvermutung.