Erstellt am 04. Juni 2014, 00:01

von Doris Fischer

Keine Konsequenzen. Ein Jahr danach / Arbeitsunfall von Tibor Aradi hat kein gerichtliches Nachspiel. Und Spital sagt, dass alles korrekt beschildert war.

Neuer Eingang. Seit dem Umbau des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder befindet sich der Haupteingang in der Carl Moreau-Straße. Die Zufahrt über die Esterházystraße ist nur mehr für Einsatzfahrzeuge möglich.  |  NOEN, Hafner

BEZIRK EISENSTADT / Für Verwunderung und Kopfschütteln sorgte vor einem Jahr der Fall rund um den ungarischen Arbeitnehmer Tibor Aradi. Ihm wurde bei der Arbeit der Arm unterhalb des Ellbogens von einer Maschine abgehackt. Er fuhr mit seinem abgehackten Arm noch selbst von Purbach nach Eisenstadt ins Krankenhaus. Danach durchlebte er eine Odyssee: Er fuhr zum alten Eingang, wurde zum neuen verwiesen und parkte im Parkhaus, bevor es zum Portier und dann weiter zur Notaufnahme ging. Danach wurde er per Hubschrauber ins Wiener AKH gebracht, wo der Arm angenäht wurde, später aber amputiert werden musste.

Gericht: Verfahren wurde eingestellt

Was hat man nun ein Jahr später aus dem „Unglück“ gelernt? „Vom ersten Tag an war und ist alles korrekt beschildert, d.h. auch, wo darf man zum Krankenhaus zufahren, wo ist die Zufahrt verboten. Unsere Beschilderung evaluieren wir laufend innerhalb von Arbeitsgruppen. Mögliche Verbesserungen leiten wir aus den Ergebnissen ab, und wenn wir Bedarf sehen, setzen wir diese auch umgehend um“, ist aus dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder zu erfahren. Das Verfahren gegen den Arbeitgeber des Unfallopfers, einen Bauunternehmer, wurde laut Auskunft der Staatsanwaltschaft am 19. Juni 2013 eingestellt. „Den Arbeitgeber trifft kein Verschulden. Die Maschine wies keine Mängel auf (die Abdeckung bei der Maschine fehlte, Anm.). Es konnte keine Fahrlässigkeit nachgewiesen werden“, stellte Staatsanwaltschafts-Sprecherin Magdalena Wehofer fest. Auch das Zivilverfahren wurde eingestellt.