Erstellt am 14. September 2011, 00:00

Klagen wegen Kracher. LÄRM / Im Oggauer Gemeindeamt gingen rund 50 Beschwerden ein, weil Schussapparate auch nachts lautstark Stare jagten.

Laut. Ein gasbetriebener Schussapparat gibt Warnschüsse ab – am besten nur tagsüber. Oggaus Winzer müssen nun die Zeitschaltung überprüfen.SORGER  |  NOEN
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VON NINA SORGER

OGGAU / Mit der Weinlese beginnt auch die alljährliche Invasion der Stare. In Oggau rückt man dem Problem normalerweise mit dem Einsatz von Starehütern zu Leibe, die durch die Weingärten patrouillieren und die gefräßigen Vögel mit Schüssen vertreiben. Da der Gemeinde heuer aber nur zwei statt der üblichen vier Hüter zur Verfügung stehen, tauchte ein anderes Problem auf, das nicht nur die Stare betrifft.

Siess: „Geräte müssen  falsch eingestellt sein“

„Einige Winzer haben selbst die Initiative ergriffen und Schussapparate aufgestellt. Diese schießen allerdings rund um die Uhr, und zahlreiche Anrainer haben sich bei uns deswegen beschwert“, umschreibt Bürgermeister Ernst Schmid (SPÖ) das Problem.

Laut dem Ortschef sollen rund 50 Beschwerden wegen der nächtlichen Lärmbelästigung in der Gemeinde eingegangen sein. „Mehrere Anrainer haben uns mitgeteilt, dass es sie in der Nacht aus dem Bett hebt“, so Schmid.

Weinbauvereinsobmann Matthias Siess kann sich dies nur so erklären: „Die Geräte müssen falsch eingestellt worden sein.“

Ortschef appelliert, Apparate  nachts auszuschalten

Schussapparate werden meist mit Gas betrieben und sollen durch das regelmäßige Abgeben mehrerer Schüsse Vogelschwärme vertreiben beziehungsweise am Landen hindern. Der Bürgermeister appellierte mit einem Rundschreiben an die örtlichen Winzer, die Schaltzeiten zu überprüfen und die Schussapparate zwischen 20 Uhr und 6 Uhr Früh ausgeschaltet zu lassen. Die Position der Apparate, die den Oggauern den Schlaf rauben, konnte dadurch eruiert werden: „Es wurde alles aufgeklärt“, so Schmid.

Siess, der selbst keine Schussapparate verwendet, steht den Geräten eher skeptisch gegenüber: „Wenn ein Schwarm Stare Hunger hat, dann lässt er sich im Weingarten nieder und lässt sich auch von einem Schuss nicht viel erschrecken.“

Dem Mangel an Starehütern soll indes bald abgeholfen werden, weiß Siess: „Wir schauen, dass drei weitere Hüter engagiert werden.“