Erstellt am 05. August 2016, 12:37

von BVZ Redaktion

Eine Widerständlerin gegen die Brücke über den See. Klara Köttner-Benigni war in den 1970ern zentrale Figur im Widerstand gegen Brücke zwischen Mörbisch und Illmitz.

Große Pläne. Eine Skizze von Alfred Pauser zum Brückenbau, gegen den Klara Köttner-Benigni (siehe Bild im Artikel) den Widerstand anregte. Quelle: Burgenländische Landesbibliothek: Neusiedlersee-Studie einer Seequerung. Projekt 1968. Foto: ZVg  |  Burgenländische Landesbibliothek

Die burgenländischen Grünen wollen die 2016 verstorbene Eisenstädter Literatin Klara Köttner-Benigni posthum für das Komturkreuz des Landes vorschlagen, „damit sie den ihr gebührenden Platz in der Geschichte des Burgenlandes zugesprochen bekommt“, so Abgeordnete Regina Petrik.

Einsatz gegen Brücke über den Neusiedler See: Klara Köttner-Benigni.  |  zVg

Geschichte schrieb Köttner Benigni mit dem Widerstand gegen eine Brücke über den Neusiedler See Anfang der 1970er Jahre. Am 2. März 1971 beschloss der Burgenländische Landtag unter Landeshauptmann Theodor Kery den Bau der Brücke zwischen Mörbisch und Illmitz nach einem Entwurf von Alfred Pauser, um die Verkehrsanbindung und die wirtschaftliche Lage des Seewinkels zu verbessern. Die Straßenbrücke auf 142 Stahlbetonpfeilern sollte mit 3.241 Metern die zweitlängste Europas werden.

Köttner-Benigni gewann Biologen, wie Otto Koenig, Bernhard Grzimek, Konrad Lorenz und Antal Festetics sowie den Botaniker Gustav Wendelberger für den öffentlichen Widerstand. Diesem schloss sich der WWF an – die erste Bürgerinitiative in Österreich. 20.000 Unterschriften wurden gesammelt. Kery setzte zur Begutachtung des Projektes eine Expertengruppe aus Deutschland ein, über die auch der „Spiegel“ in einer damaligen Ausgabe berichtete. Nach der Expertise war die Brücke Geschichte.