Erstellt am 19. August 2015, 06:47

von Bettina Eder

Auf dem Rücken des Ehrenamts. Bettina Eder über das Gewurschtel in der Asylpolitik.

Flüchtlinge in Zelten und das Gezerre zwischen Land, Gemeinden und Bund, wer für die Unterbringung von Flüchtlingen zuständig ist –  es ist seit Monaten ein peinliches Trauerspiel. In Eisenstadt wird derzeit nur ein Gebäude von offizieller Stelle ins Auge gefasst:



Was von dem fatalen Gewurschtel bleibt, sind die ebenfalls wachsende Angst und der Zorn der Bevölkerung, der sich auf dem Stammtisch gegen die Flüchtlinge richtet. Dabei wird vergessen, dass Flucht weder Spaß noch Verbrechen ist und das Recht auf Asyl ein Grundrecht – ein Zeichen der Solidarität und der Menschlichkeit.

Auch unsere Geschichte ist von Flucht geprägt: Während aber auch nach der Nazizeit flüchteten viele – Chicago als „größte burgenländische Stadt“ ist der Beweis. Viele Familiengeschichten aus dem Bezirk sind durch solche Erfahrungen geprägt. Und vielleicht zeigen deshalb immer mehr Menschen aus der Region privates Engagement.

Doch so stolz dieser Einsatz macht, ist es eine Schande, dass die Flüchtlingsbetreuung von ehrenamtlichen Helfern allein getragen werden muss.