Erstellt am 02. Mai 2012, 00:00

Brauchtum ist was anderes. WERNER MÜLLNER über den umgesägten Kirtagbaum

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Wo hört sich der Spaß auf und wo fängt Blödheit an?

In St. Georgen wurde der Kirtagbaum umgeschnitten. Allgemein ist der Brauch des Maibaum-Umschneidens bekannt – Burschen der einen Ortsschaft schneiden den Baum der anderen Ortschaft um. Als Beweis wird der Wipfel mitgenommen, der dann wiederum – meist mit Alkohol und einer ordentlichen Jause – ausgelöst werden muss. Das ist der Brauch des Maibaum-Umschneidens. Kirtagbäume bleiben üblicherweise stehen. Nicht so in St. Georgen (Seite 9).

Die nächtlichen Möchtegern-Holzfäller schnitten den 22 Meter hohen Kirtagbaum des Jahrganges 1991 rundum so tief ein, dass er bei der kleinsten Windböe umgefallen wäre.

Was auch egal wäre, der Baum wäre halt gelegen. Am Gelände standen aber noch das Karrussel, das Tagata, das Autodrom und die Fahrzeuge der Unternehmer. Der Schaden wäre enorm gewesen. Schon beim Ansägen hätte der Baum auf die übermütigen Baumsäger fallen können…

Brauchtum ist Brauchtum, Spaß ist Spaß. Aber wenn Menschen gefährdet werden, hört sich der Spaß auf.

w.muellner@bvz.at