Erstellt am 21. Mai 2014, 07:00

von Werner Müllner

Déjà-vu am Abstellgleis. WERNER MÜLLNER über ein zeitraubendes Projekt.

Regelmäßig wie die Jahreszeiten, Kirchenfeste oder Wahltermine kommt auch die Ankündigung der einen oder anderen Partei, dass die Bahnschleife Eisenstadt nun bald gebaut wird und sich die Pendler dann etliche Minuten ersparen werden, wenn sie nach Wien zur Arbeit gebracht werden.

Schlussendlich sollen es 40 statt 69 Minuten sein, die ein Zug von Eisenstadt nach Wien brauchen soll. Nach dem derzeitigen Stand der Dinge soll das Projekt 2023 fertig sein. Dafür müssen aber die Wulkaprodersdorfer ja zu einer 2,4 Kilometer langen Schleife und einer Straßenverlegung sagen, das Ministerium muss ein Gesetz ändern, die Schleife Ebenfurth muss errichtet und die Pottendorfer Linie zweigleisig ausgebaut werden.

Obendrein müssen 700 Millionen Euro aus Steuergeldern bezahlt werden. Stellt sich die Frage, warum man keine Schnellzüge installiert, die nur in Neusiedl und Wien halten? Man würde sich nicht nur Zeit, sondern auch Geld ersparen. Dieses dürfte der ÖBB so wichtig sein wie die Bahnschleife, denn die Antwort auf die Frage blieb man schuldig.