Erstellt am 13. Mai 2015, 06:45

von Werner Müllner

Der Schuss geht nach hinten los. Werner Müllner über die Absage der Eröffnung des Krankenhauszubaus.

In den 1970er Jahren wurde in Zwentendorf mit Steuergeld ein Atomkraftwerk gebaut. Nach der Fertigstellung durfte das Volk darüber abstimmen, ob das Kraftwerk in Betrieb gehen solle oder nicht.

Das Volk entschied für „Nein“, was umwelttechnisch ein Plus war, der Bau aber ein dickes Minus im Topf der Steuergelder verursachte. In Eisenstadt wurden auch mit öffentlichen Geldern neue Abteilungen im Spital errichtet. Diese sollten dieser Tage eröffnet werden.

Teils aus Trotz, teils aus Notwendigkeit wurde die Eröffnung nun vom Spital abgesagt. Die Begründung: Vom Land gäbe es zu geringe Zuwendung, um den Betrieb zu starten bzw. aufrecht zu erhalten.



Wird wohl stimmen. Was aber auch stimmt, ist, dass diese Absage nicht zufällig in das Mischmasch aus Änderung des Ärztedienstrechts, Gehaltseinsbußen für Mediziner und Budgetverhandlungen mit dem Land fällt. Der erhoffte Effekt wäre, dass auf die Politik geschimpft wird.

Wird man im Krankenhaus aber unzureichend versorgt, wird kein Politiker beschimpft, sondern der Nächstbeste, den man im Spital erwischt.