Erstellt am 22. Juni 2011, 00:00

Der Weg nach Maastricht. BETTINA EDERüber grenzüberschreitende Geldprobleme.KOMMENTARWas in der Gemeindefinanzstatistik so schön unter „Haftung für beherrschte Gesellschaften“ fällt, ist für viele Gemeinden nicht mehr nur ein

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Was in der Gemeindefinanzstatistik so schön unter „Haftung für beherrschte Gesellschaften“ fällt, ist für viele Gemeinden nicht mehr nur ein Hintertürchen sondern ein ganzes Portal: Statt die Maastricht-Kriterien – die Finanzrichtlinien der EU –  zu verletzen, gründet man einfach eine Gesellschaft und lagert zwar nicht die Verantwortung aber die Investitionskosten für meist marode Gemeindebetriebe aus. In Mörbisch etwa gibt’s für die EU Pro-Kopf-Schulden von 628 Euro pro Person, mit der Haftung für die Gesellschaften der Gemeinde, müsste jeder Einwohner aber schon einen Erlagschein mit mehr als doppelt so viel – nämlich satten 1518 Euro – einzahlen.

Dennoch wird gerade dort investiert, als ob Maastricht und nicht Fertörákos der Nachbar wäre. Denn genau dorthin soll – geht’s nach den Mörbischern – nicht nur eine Grenzstraße führen sondern auch ein extra Radweg. Der würde alle Stücke spielen, wenn da nicht die Ungarn wären. Denn deren Kassa ist scheinbar nicht so voll wie die der Mörbischer. Tipp aus Österreich: Wenn du nicht mehr weiter weißt, dann gründe eine Gesellschaft. Dann sind der Radweg und die Zahlen gleich schöner.

b.eder@bvz.at