Erstellt am 06. März 2013, 00:00

Die Wunden der Sozialpolitik. Bettina Eder über soziale „Blinde Flecken“ im Bezirk. Im Fernsehen kann man den Blick nicht davon lassen, vor der eigenen Haustür will man es nicht sehen: das Leid anderer Leute.

Im Fernsehen kann man den Blick nicht davon lassen, vor der eigenen Haustür will man es nicht sehen: das Leid anderer Leute. Menschen, bei denen es im Geldbörsel mehr als knapp ist, gibt es auch hierzulande. Und direkt in der Nachbarschaft gibt es vielleicht Menschen, die sich ihren Strom mit Münzen direkt vom Automaten ziehen müssen oder – noch schlimmer – kein Dach über den Kopf haben. Irrsinnig und peinlich ist der Spießrutenlauf, der folgt, wenn man rasch Hilfe braucht.

Zuständige unter der Woche zu erreichen ist schwierig – Gott bewahre, wenn es Wochenende ist oder es gegen 16 Uhr geht. Rund um die Uhr kämpft dagegen in Eisenstadt eine Gruppe Freiwilliger mit der Pannonischen Tafel. Der Bedarf ist nicht nur da, sondern auch größer, als so mancher wahrhaben will. Doch von öffentlicher Hand werden sie dennoch nicht unterstützt. 2012 hat die Tafel nicht einen Cent aus dem Sozialbudget des Landes bekommen. Es gäbe kein Budget dafür. Oder bohren Menschen, die ungern Gesehenes sichtbar machen, einfach zu sehr in den offenen Wunden der Sozialpolitik?