Erstellt am 14. Januar 2015, 06:54

von Werner Müllner

Freie Grenzen sehen anders aus. Werner Müllner über Grenzen zu den Nachbarn.

Wiedermal wurde in Mörbisch über eine Straße nach Ungarn diskutiert. Vergangenes Jahr jährte sich das Paneuropäische Frühstück zum 25. Mal.

25 Jahre ist es also her, als die Mörbischer im Mittelpunkt Europas standen. Als jene, die die Menschen mit offenen Armen empfangen haben, die sie zum Essen eingeladen haben, sie mit Kleidung versorgt haben und ihnen sonstwo geholfen haben, wo immer sie nur konnten. Vor elf Jahren wurde Ungarn in die EU aufgenommen, die Grenzen sind sozusagen gefallen. Nicht wirklich.

Von der Grenzgemeinde Mörbisch gibt es nach wie vor keine – zumindest keine legale – Straße nach Ungarn. Anfang der Woche wurde in Mörbisch wieder über die Grenzstraße diskutiert. Der burgenländische Tenor: „Eine Grenzstraße? Gerne, aber nicht bei uns.“

Ein Diskutant aus Ungarn wunderte sich, dass er im Nachbarort wohnt, aber 40 Kilometer fahren muss, um an seinen Arbeitsplatz in Mörbisch zu kommen. Der Gedanke eines freien Europas hat sich im letzten Jahrzehnt zwar ausgebreitet, aber an der Grenze in Mörbisch ist er noch nicht angekommen.