Erstellt am 05. September 2012, 08:22

Hausarrest und Fernsehverbot. WERNER MÜLLNER über Fußfesseln für Bankbetrüger

Früher – vor Computerverbot und Passwortsperre – gab es für schlimme Kinder Hausarrest und Fernsehverbot. Das war nach einer Tracht Prügel die ärgste Strafe, die es gab: im Sommer nicht ins Bad zu können und, wenn das Schlechtwetterprogramm im Fernsehen lief – das gab es in der Zeit, bevor es rund um die Uhr Fernsehen gab – auf den „Schatz im Silbersee“ zu verzichten.

Ähnlich hat es nun einen Betrüger aus dem Bezirk Eisenstadt erwischt. An seinem Arbeitsplatz zweigte er 600.000 Euro ab. In diesem Fall war es nicht einmal das übliche „Loch auf-Loch zu-Spiel“ eines Bankers, der auf die Sensation an der Börse wartet, sondern schlichtweg Gier, um seinen Lebenswandel zu finanzieren (Seite 11).
Der Richter verurteilte ihn vorerst zu drei Jahren Haft. Mittlerweile ist der Mann wieder zu Hause, allerdings mit Fußfesseln. Der Grund ist: Er darf arbeiten gehen, um den Schaden wieder gut zu machen.
Und jetzt erklären Sie mal Ihren Kindern, dass das Abzweigen von mehr als einer halben Million Euro gleich streng zu bestrafen ist wie das verspätete Heimkommen: Hausarrest und dann ist wieder alles gut.