Erstellt am 21. September 2011, 00:00

In Ruhe über Lärm sinnieren. WERNER MÜLLNERüber Sichtweisen des Eisenstädter Lärmpegels.Schön langsam wird es langweilig: Jedes Wochenende wummert es durch die Stadt – es wird irgendwo gefeiert (Seite 12).

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Schön langsam wird es langweilig: Jedes Wochenende wummert es durch die Stadt – es wird irgendwo gefeiert (Seite 12). Parallel zu den Bässen der Partys kann man sich vorstellen, wie auf irgendeiner Polizeiinspektion das Telefon klingelt und kurz darauf die Beamten ausrücken, um irgendjemanden zu ermahnen, die Musik leiser zu drehen. Eine ziemlich unbefriedigende Situation für alle Betroffenen: Für die Veranstalter, weil ihre Party gedämpft wird, für die Polizei, weil sie sicher etwas Wichtigeres zu tun hat, als an Lärmreglern zu drehen, und für manche Eisenstädter, die sich in ihrer Nachtruhe gestört fühlen.

Lärm ist in Eisenstadt zum Reizwort geworden. Was für die Eisenstädter laut ist, ist vielleicht für einen Wiener normal. Die Lärmkulisse einer Hochzeit ist romantisch, eine Kapelle, die durch die Stadt marschiert, Brauchtum, eine Party für Studenten eine Gaudi. Was fehlt, sind klare Richtlinien. In der nun kommenden stillen Jahreszeit hat man die Möglichkeit, diese zu erstellen. Außer man kommt nicht zur Ruhe, weil sich ständig jemand über das Weihnachtsliedergedudel in den Kaufhäusern beschwert.

KOMMENTAR

w.muellner@bvz.at