Eisenstadt

Erstellt am 03. November 2016, 06:06

von Nina Sorger

Hilfe hat kein Mascherl. Nina Sorger über Egoismus und Freiwiligkeit

Der Ton wird rauer, wenn man ins Internet und die sozialen Medien schaut. Schimpftiraden und Hasspostings sind der letzte Schrei. „Mia san mia“ – im negativsten Sinne – ist die Einstellung, die scheinbar immer mehr Menschen cool finden. Wer sich freiwillig für andere einsetzt – vor allem jene, die ganz offenkundig anders, weil aus anderen Ländern, mit anderen Religionen oder Hautfarben, sind – wird als „Gutmensch“ – ebenfalls im negativsten Sinne – beschimpft.

Und dennoch kann es jedem – auch jenen „Mia san mia“-Rufern – passieren, dass er einmal die Hilfe eines freiwilligen Helfers braucht. Denn auch die Freiwilligen, die sich bei den heimischen Feuerwehren und Rettungsorganisationen engagieren, sind eigentlich solche „Gutmenschen“ – und zwar im besten Sinne. Denn sie helfen, wo Hilfe gebraucht wird, retten Leben, wo diese in Gefahr sind, und bringen sich mitunter selbst in Gefahr, ohne zu fragen, wem sie da gerade helfen.

Denn Hilfe hat kein Mascherl, und darum kann man die Freiwilligen – sei es nun der längstdienende Rettungsfahrer des Landes oder die motivierte Feuerwehrjugend – gar nicht oft genug vor den Vorhang holen.