Eisenstadt

Erstellt am 27. Juli 2016, 06:25

von Nina Sorger

Wenn Spiel zur Realität wird. Nina Sorger über eine reale Flüchtlingsgeschichte.

In einer Szene des heurigen Passionsspiels werden zwei Menschen von den Bewohnern eines Dorfes vertrieben. Der Grund: „Sie gehören nicht zu uns. Sind fremd in unserem Dorf. Sie müssen gehen! So will es das Gesetz. Das Recht.“ Jesu Antwort: „Lasst Gnade doch vor Recht ergehen.“

Für die St. Margarethener hat diese Szene eine ganz reale Bedeutung: Eine Flüchtlingsfamilie, die im Ort eine zweite Heimat gefunden hat, soll das Land verlassen, denn sie wurde nicht in Österreich, sondern in Kroatien erstmals registriert. So will es das Gesetz, das Recht.

So sehr auch die aktuelle Situation dem Spiel ähnelt, so sehr viele in Zeiten, wo man fast täglich von Terroranschlägen hört, auch dazu neigen, es jenen Dorfbewohnern aus der Passion gleichzutun – einen Unterschied gibt es: Die realen Flüchtlinge haben sich im Ort integriert: „Es geht hier nicht mehr um irgendwelche Asylwerber, es geht um Freunde.“

Betreuer und Bevölkerung setzen sich nun für ihr Bleiben ein. Ob das rechtlich gelingt, wird sich zeigen. Doch es würde sich lohnen, zu berücksichtigen, dass die viel geforderte Integration funktioniert.