Eisenstadt

Erstellt am 24. August 2016, 05:18

von Nina Sorger

Zusammenhalt und nackte Zahlen. Nina Sorger über die Diskrepanz von Solidarität und Zahlen.

Die Festspiele sind geschlagen, doch der Nachklang ist noch immer in den jeweiligen Veranstaltungsorten – sei es St. Margarethen oder Mörbisch – zu spüren. Die Besucherzahlen waren hier wie da geringer als in den vergangenen Jahren, doch die Bevölkerung identifiziert sich auch danach mit „ihren“ Veranstaltungen.

Nachdem bei den Passionsspielen St. Margarethen die Bärte gefallen sind, helfen die Freiwilligen nun zusammen, um geordnet die Bühne des Römersteinbruchs, die sie eigenhändig ins biblische Judäa verwandelt haben, zu verlassen. Sie identifizieren sich auch in der Fünf-Jahres-Pause mit der Passion.

Die Mörbischer haben die Kräfte in der Bevölkerung aus einem anderen Grund mobilisiert: Sie haben rund 2.000 Unterschriften gesammelt, weil sie „ihre“ Intendantin Dagmar Schellenberger, deren Posten neu ausgeschrieben wurde, behalten wollen. Die Welle der Solidarität ehrt die Leistungen der Intendantin. Ob sie allerdings etwas ausrichten können, bleibt fraglich, denn letztlich werden bei ihrer Beurteilung für den Vorstand der Seefestspiele unterm Strich wohl nur die nackten Zahlen zählen.