Erstellt am 18. Mai 2011, 00:00

Nicht elegant aber effektiv. WERNERMÜLLNERüber den Streit um die neueHalle.KOMMENTARBei der Eishockey-Weltmeisterschaft schaufelte sich im Entscheidungsspiel ein Spieler den Puck auf den Schläger, balancierte ihn bis vors Tor und schlenzte

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Bei der Eishockey-Weltmeisterschaft schaufelte sich im Entscheidungsspiel ein Spieler den Puck auf den Schläger, balancierte ihn bis vors Tor und schlenzte ihn am überraschten Tormann vorbei ins Netz – das Spiel war gewonnen. Die Spieler der Verlierermannschaft stellten sich die gleiche Frage wie die SPÖ/FPÖ-Gemeinderäte in Eisenstadt: Darf man das denn überhaupt? Man darf. Man darf den Puck am Schläger balancieren und man darf Bürden, die einem der politische Gegner auferlegt hat, zu seinem eigenen Vorteil nutzen.

Im Eisenstädter Fall haben die Hallengegner einen Sondergemeinderat verlangt, die ÖVP kam dieser Aufforderung nach, setzte, sehr zum Ärger der SPÖ, diesen aber am Tag einer SPÖ-Veranstaltung an. Als Draufgabe wurde ein Grundsatzbeschluss für die Errichtung der Veranstaltungshalle auf die Tagesordnung dieser Sitzung gesetzt. SPÖ und FPÖ werden dem Sondergemeinderat fernbleiben und so den Grundsatzbeschluss (vorerst) verhindern. Weder der balancierte Puck noch die gefinkelt platzierte Gemeinderatssitzung sind besonders elegant. Aber – egal, ob Tor oder Eigentor – am Schluss zählt nur der Sieg.

w.muellner@bvz.at