Erstellt am 04. März 2015, 06:45

von Werner Müllner

Straßensperre für Friseurbesuch. Werner Müllner über freies Reisen und künstliche Grenzen.

Wer kennt nicht das Brettspiel „Mühle“? Drei Steine müssen in eine Reihe gebracht werden, dann darf man dem Spielpartner einen Stein wegnehmen. Genauso ist es im Bezirk mit den Verkehrslösungen – nur dass hier Steine in den Weg gelegt werden.

Schattendorf (Bezirk Mattersburg) plant, die Straße von Ungarn kommend zeitweise zu sperren. Bleiben die Ungarn deswegen zu Hause, oder wird der Verkehr weniger? Mitnichten. Die ungarischen Autos rollen dann über Klingenbach, Wulkaprodersdorf oder Zagersdorf.

Ähnliches kennt man auch von Mörbisch. Dort wehrt man sich auch gegen eine Straße ins benachbarte Ungarn. Dieses ist seit 2004 bei der Europäischen Union. Also freier Reiseverkehr im vereinten Europa. Denkste.

Stattdessen künstliche Grenzen von österreichischer Seite, die es den vielen Ungarn die tagtäglich für uns arbeiten, schwer machen, ins Burgenland zu kommen. Nicht auszudenken, wie die Burgenländer reagieren würden, wenn im Gegenzug die ungarischen Straßen gesperrt würden, mit der Begründung, dass täglich zu viele Österreicher auf dem Weg zum Friseur einreisen.