Erstellt am 10. Oktober 2012, 07:25

Umsturz wurde verschoben. WERNER MÜLLNER über das doch eindeutige Wahlergebnis

„Ich möchte Bürgermeister werden!“, verkündete SPÖ-Vizebürgermeister Günter Kovacs vor der Wahl und der Rest der Opposition wollte die absolute Mehrheit der ÖVP in Eisenstadt brechen. Beides ist nicht gelungen.
Nicht, dass die ÖVP gewonnen hätte. Zumindest nicht dazu. Fast minus vier Prozent gegenüber der Wahl 2007 verlor die ÖVP an Stimmen bei der heurigen Gemeinderatswahl. Und dennoch ist die ÖVP Sieger: Mehr — wenn auch nur ganz knapp – als die Hälfte der Eisenstädter wollen, dass die ÖVP bestimmt, wohin der Weg geht.

Knapp ein Drittel der Bürger möchten, dass die SPÖ das Sagen hat. Salopp gesagt: Jeweils weitere zehn Prozent – bei den einen mehr, bei den anderen weniger – wollen, dass passiert, was die Grünen beziehungsweise die FPÖ planen. Zur Vollständigkeit sei erwähnt, dass sich noch ein Hundertstel Andi Zarits an der Spitze wünscht.
Schlaglöcher, Politikergehälter und, was sonst noch alles an Themen in den vergangenen Wochen plakatiert wurde, wandern wieder in die Lade für den nächsten Wahlkampf.

Der politische Alltag wird in der Landeshauptstadt – wie in allen anderen Gemeinden – wieder auf Normalbetrieb umgestellt. Straßen werden dort saniert, wo es notwendig ist, und nicht, wo die meisten Wähler wohnen, und Bürgerwünsche dürfen auch wieder zurück gewiesen werden, ohne zu fürchten, dass eine Stimme verloren geht.
Was auch immer. Die Fronten in Eisenstadt sind abgesteckt, wer das Sagen hat, ist klar. Jetzt wird für die Eisenstädter gearbeitet. Denn nur wer für die Bürger da ist, wird auch 2017 jubeln.Umsturz wurde verschoben