Erstellt am 10. November 2010, 00:00

Verführung der Opernmacher. WERNER MÜLLNER über die Einigung in St. Margarethen.

 |  NOEN
Mozarts „Don Giovanni“ wurde oft als die „Oper aller Opern“ bezeichnet. Für das Burgenland ist sie es auch. Nach 15 Jahren ist es endlich möglich, dass die Opernfestspiele und die Passionsspiele nebeneinander Aufführungen in St. Margarethen bieten werden (Seite 23). 2001 und 2006 musste die Oper — und somit auch der Tourismus der Region — pausieren. Ein Vertrag regelte dies so. Wie dieser Vertrag aufgeweicht wurde, wie die neue Regelung zustande gekommen ist – das wird wohl ein Geheimnis der modernen Opernwelt bleiben. Fragt man die Beteiligten, kommt entweder gar nichts oder ein verhaltenes „Naja“.

Die Flammen der Hölle verschlingen Don Giovanni, wenn er das steinerne Grabdenkmal des von ihm ermordeten Komturs verspottet. Die zermürbenden Vertragsverhandlungen haben anscheinend Wolfgang Werners Mitstreiter Manfred Waba verschlungen. Er ist bei kommenden Produktionen nicht mehr in der ersten Reihe dabei. Für die Region ist das Nebenei nander aber ein Segen. Tagtäglich werden die Busse wieder tausende zahlende Gäste mehr ausspucken, als dies bei der Passion allein der Fall wäre.

w.muellner@bvz.at