Erstellt am 25. Februar 2015, 06:45

von Michael Kremser

Krankenhaus: Ärger nach Schlaganfall. Angehörige eines Schlaganfallpatienten beklagt zu lange Wartezeit und mangelnde Versorgung. Vonseiten des Spitals erklärt man: „…nach bestem Wissen versorgt.“

Unzufrieden. Die Angehörige eines Schlaganfallpatienten fühlte sich vom Eisenstädter Krankenhaus im Stich gelassen. Foto: Hafner  |  NOEN, Gregor Hafner
Anfang Februar brachte Christa Wesselich aus Pöttsching ihren Vater mit Verdacht auf einen Schlaganfall in das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder.

„In der internen Ambulanz herrschte an diesem Nachmittag Hochbetrieb“, berichtet die Tochter des 83-jährigen Pensionisten, die aber zugute hält, dass, wenn Personal vorhanden war, dieses sich auch sehr bemühte. Trotzdem musste der Patient rund eine Stunde warten.

„Bis zur Untersuchung dauerte es zwei Stunden“

„Es heißt immer: Bei einem Schlaganfall zählt jede einzelne Minute. Da kann es doch nicht sein, dass wir eine Stunde warten mussten. Bis mein Vater überhaupt untersucht wurde, dauerte es gar zwei Stunden“, ärgert sich die Frau. Zudem gab es an diesem Tag auch noch Probleme mit der EDV.



Der Patient sollte, nachdem er die Nacht auf einem Bett der Aufnahmestation verbracht hatte, nach Kittsee verlegt werden. Die Familie nahm daraufhin die Sache selbst in die Hand und fuhr zu einer Ärztin nach Neusiedl.

Diese stellte fest, dass die Aufnahme auf einer neurologischen Station dringend erforderlich sei, und organisierte noch am selben Tag ein Bett am Wiener Rosenhügel.

Unzureichende Befundung wird vom Spital dementiert

„Mein Vater hatte im Kleinhirn einen Schlaganfall, deshalb liegt er jetzt bereits die dritte Woche im Krankenhaus in Wien“, ist Wesselich wütend.

Vonseiten des Krankenhauses erklärt man, dass sich im Haus kein Neurologe permanent aufhalte und man diese als Konsiliarärzte zuziehe, dementiert aber, dass es keine ausreichende Befundung gegeben habe. Dass Spitalsbetten Mangelware sind, ist hinlänglich bekannt, es werde aber jeder Patient nach bestem Wissen im Krankenhaus versorgt.

Dem Betroffenen selber geht es den Umständen entsprechend, er befindet sich derzeit in Bewegungs- und Logotherapie.

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