Erstellt am 14. Mai 2014, 09:09

von Nina Sorger

Krempel in Kirche. Wimpassing | Caritas-Stiftung räumte von der Pfarre Wimpassing benutzen Lagerraum, diese fand Lager-Ersatz in der Kirche.

Vollendete Tatsachen. So fanden die Pfarrmitglieder die Kirchbergscheune vor - mit Gegenständen aus dem Lager. Foto: Pfarre Wimpassing  |  NOEN, Pfarre Wimpassing
Wimpassings Kirchgänger staunten am Sonntag, als sie ihre Kirche betraten: Sonnenschirme und zerlegte Kästen zwischen Kirchenbänken, Öfen und Geschirrspüler vor dem Altar.

„Stiftung hat Scheune mit Schlüsseldienst öffnen lassen“

„Macht ihr einen Flohmarkt?“, wunderte sich eine Gottesdienstbesucherin. Initiiert wurde die Aktion vom Pfarrgemeinderat. Pfarrer Stefan Raimann, der sein Einverständnis gegeben hatte, erklärte bei der Messe: „Das ist das Ergebnis eines bedauerlichen Konfliktes zwischen der Pfarre und der Caritas.“

Die Gegenstände stammen aus einem Lagerraum hinter der Kirchbergscheune, der von der Pfarre benutzt wird und den nun die Caritas beansprucht: „Die Stiftung Behindertenheim Wimpassing der Caritas hat unsere Scheune mit einem Schlüsseldienst öffnen lassen und alles, was in dem Raum gelagert war, einfach hineingeworfen“, empören sich Pfarrmitglieder.

Das Problem: In der Scheune finden Veranstaltungen, wie der Dirndltanz am kommenden Samstag statt: „Da die Pfarre keine anderen Lagermöglichkeiten hat, sind wir bis zur Klärung des Vorfalls gezwungen, die Gegenstände in der Pfarrkirche zu lagern.“

Caritas kontert: „Trotz Beschlüssen bis heute keine Räumung“

Ursache des Streits: Der Grund, auf dem das Behindertenheim und jenes Gebäude stehen, in dem die Caritas mit den Renovierungsarbeiten für ihr „Mutter+Kind+Haus“ begonnen hat, gehört der Pfarre. Das Behindertenheim ist durch einen Stiftungsvertrag zur Nutzung berechtigt. Aber für bauliche Veränderungen braucht man das Einverständnis von Grundeigentümer und Gemeinde: „Wir wurden nicht gefragt“, bestätigen der Pfarrgemeinderat und die Gemeinde Wimpassing.

Von der Caritas heißt es: „Bereits im Mai 2013 meldete die Stiftung Wimpassing anlässlich einer Kuratoriumssitzung den Eigenbedarf an. Das Angebot, Leergut und dergleichen bei Pfarrfesten ein bis drei Tage zwischenzulagern, musste aus sicherheitstechnischen Gründen ebenfalls widerrufen werden. Trotz einstimmiger Beschlüsse im Kuratorium hat die Pfarre die zwei Zimmer bis heute nicht geräumt.“ – „Natürlich stellen wir die Not von Müttern über den Lagerbedarf von Getränkekisten und ausrangierten Waschmaschinen,“ so Caritas-Direktorin Edith Pinter. „Trotzdem werden wir mithilfe der Diözese weiterhin das Gespräch mit der Pfarre suchen, um eine gemeinsame Lösung zu finden.“