Erstellt am 26. Februar 2016, 12:29

von NÖN Redaktion

Kritik an B50-Umfahrung. Das Bündnis Liste Burgenland (LBL) stellte eigene Hochrechnungen auf und bemängelt die Umsetzung der Umfahrung.

Kritik. Gerhard Hutter und Manfred Kölly (v.l.), LBL-Abgeordnete, sind mit der Umsetzung unzufrieden.  |  NOEN, zVg
Das Bündnis Liste Burgenland (LBL) gab mit den Landtagsabgeordneten Manfred Kölly und Gerhard Hutter nun eine Stellungnahme zur Umfahrung ab.

„Jede Bürgerin und jeder Bürger muss sich an Gesetze halten. Das Land setzt sich gegen Gesetzte und Auflagen hinweg und erteilt sich selbst Bewilligungen, um ein Millionenprojekt so schnell wie möglich durchzupeitschen“, sagt Kölly.

Sicherheit: „Das ist unverantwortlich“

Auch die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer wurde angesprochen. „Die Lösung mit der Radfahrerquerung ist für mich der größte Schildbürgerstreich. Es gibt 22 Brücken und eine Unterführung wurde nicht gemacht, wie sie Wolfgang Heckenast, Baudirektor der Burgenländischen Landesregierung, im November 2014 versprochen hatte. Die im Nachhinein installierte Ampelanlage ist eine reine Farce. Handradfahrer stehen, wenn sie das Betätigungsfeld drücken wollen, mit dem Vorderreifen bereits auf der B 50. Das ist unverantwortlich“, sagt Hutter.

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„Wir fordern die Regierung auf, die Endabrechnung der Umfahrung auf den Tisch zu legen. Weiters soll der Rechnungshof eingeschaltet und eine Initiativprüfung angestrebt werden. Wir wollen auch eine parlamentarische Anfrage stellen und werden uns mit ÖVP und Grünen zusammensprechen“, stellen die LBL-Mandatare fest: „Wir wollen uns in Projekte miteinbringen, man muss uns aber auch lassen!“

Unterschiedliche Bewertungen

„Diese Entlastungsstraße ist eine Investition in die Zukunft„, zieht Landesrat Helmut Bieler (SPÖ) eine andere Bilanz: „Bei der Umsetzung der Umfahrung Schützen wurde hervorragende Arbeit geleistet. Jeder Schritt zur Umsetzung der Umfahrung Schützen wurde von den Gegnern mit juristischen Mitteln bekämpft oder schlecht geredet. Woher Manfred Kölly seine Fantasiezahlen bezieht, ist für mich ein Rätsel. Ich lade ihn aber gerne zu einem Aufklärungsgespräch zu Wolfgang Heckenast und dem Projektteam ein, der jedes Detail der Umfahrung Schützen ausführlich und verständlich erklären kann“, erklärt Bieler abschließend.

BVZ.at hatte zuletzt berichtet:


Die Zahlen

Landesrat Helmut Bieler präsentierte folgende Zahlen, von vor dem Bau der Umfahrung:

  • Gemessene Tagesspitzen von 18.400 Fahrzeugen pro Tag.

  • Dreifach höheres Unfallrisiko in der Ortsdurchfahrt Schützen als in angrenzenden Freilandabschnitten.

Nach dem Bau der Umfahrung wurden folgende Punkte festgestellt:

  • 75 Prozent weniger Verkehr in der Ortsdurchfahrt.

  • Mehr Lebensqualität durch Lärm- und Schadstoffentlastung im Ortsgebiet.

  • Weniger Konfliktstellen durch Umfahrung – geringere Unfallrate.

  • Signifikante Verbesserung der Verkehrssicherheit.

Die LBL stellte folgendes fest:

  • Durchschnittliches KFZ-Aufkommen von rund 8.000 bis 10.000 Fahrzeugen pro Tag.

  • Kölly: „ Ich bin mir sicher, dass die 5,2 Kilometer lange Straße mit ihren 22 Brücken mehr als 20 Millionen Euro an Steuergeld kosten wird. Experten sprechen von rund 30 Millionen Euro.“

  • „Es gab im Jahr 2015 in etwa 100 Einsätze von Blaulichtorganisationen und Abschleppdiensten in diesem Bereich. Darunter waren auch Unfälle mit Personenschaden und 43 Unfälle mit Rehen“, erkläre Hutter.