Erstellt am 09. Juni 2016, 14:18

von Alina Marzi

Kurzwiese in Indien: Wenn Schüler helfen. 13 Schüler des Gymnasiums Kurzwiese in Eisenstadt haben gemeinsam mit ihrem Lehrer eine Schule in Indien unterstützt.

 |  NOEN, Michael Vlaschitz

Vor rund zwei Jahren wurde die Idee für das Hilfsprojekt „Austria4India“, auf Initiative des Lehrers Michael Vlaschitz, geboren. Die Schüler waren sofort begeistert und so begann eine spannende aber auch aufwändige Vorbereitung (

und unten).

Die Schule Maa Sharanam in Indien musste notgedrungen das Gebiet verlassen und neu aufgebaut werden. Dabei wollten die Schüler helfen.

Erster Eindruck vor Ort vermittelte große Armut

Dank Spendengeldern und großzügigen Sponsoren konnten sich die 13 Schüler gemeinsam mit ihrem Lehrer Herrn Vlaschitz, Alexander Petschnig, Simon Eidenberger und zahlreichen Geschenken auf den Weg nach Indien machen – begleitet wurden sie von einem sechsköpfigen Filmteam der FH St. Pölten, das die Reise dokumentierte.

Um einen ersten Eindruck von Indien zu gewinnen verbrachte man drei Tage in Delhi - ein Kulturschock für die Schüler. „Also der erste Eindruck in Delhi war, dass es doch sehr große Armut auf der Welt gibt und dass es uns in Österreich mehr als nur gut geht. Das Schlimmste für mich waren bettelnde Kinder, die einen an der Hose ziehen und mit den Händen andeuten, dass sie Hunger haben“, so Florian Kollarczik.

Natürlich gab es aber auch andere Eindrücke, wie die zahlreichen Gewürze und die indische Küche. Besonders beeindruckt waren die Schüler von den engen, überfüllten Gassen durch die sich Tuck-Tucks drängeln: „Verkehrszeichen und Ampeln werden eher als Vorschläge gewertet und so entsteht ein nie endendes Hupkonzert“, berichtet Kollarczik weiter.



Nach drei Tagen Akklimatisierung und einer 20 stündigen Zugfahrt konnte die eigentliche Mission in der Schule endlich starten.

„Die Schüler wurden mit einigen Herausforderungen konfrontiert, wie etwa dem Essen mit den Händen und auch der Tatsache, dass es kein Klopapier gab. Damit die Schüler auch im Extremfall richtig reagieren, verbrachten wir vorab zwei Nächte im Zelt bei einem Wasserfall nahe der Hohen Wand“, erklärte Lehrer Vlaschitz.

Eine der wichtigsten Aufgaben vor Ort war die Installation einer Wasseraufbereitungsanlage um sauberes Trinkwasser garantieren zu können. Mit den Spendengeldern wurden ebenfalls Instrumente, Bälle, Schulsachen und Süßigkeiten angeschafft.

„Die Kinder dort haben sich riesig gefreut. Anfangs waren sie auch total verwirrt warum sie mehr als ein Geschenk bekommen, was mir wiederum gezeigt hat wie genügsam und zuvorkommend die Leute in Indien sind. Sie wissen einfach mit all dem was sie haben, und das ist oft nicht viel, zurecht zu kommen und glücklich darüber zu sein“, schilderte Fiona-Stefanie Bouvier-Azula.

„Möchte gerne wieder dorthin zurückkehren“

Auch Kollarczik berichtet von bleibenden Erkenntnissen: „Je länger ich dort war, desto mehr hatte ich das Gefühl, dass die dort lebenden Schüler und Lehrer trotz deren begrenzten Möglichkeiten und für uns teilweise spartanischen Lebensstile und Häuslichkeiten sehr glücklich und vor allem zufrieden sind!“

Mit dem Sponsorengeld, das eigentlich die Reisekosten der Schüler decken sollte, haben sie vor Ort auch noch einen neuen Klassenraum finanziert. Kollarczik spricht von einer Art „Kulturaustausch“, so haben sie etwa den Kindern vor Ort erzählt, wie sie in Europa leben und im Gegenzug an ihrem Leben teilgenommen und indische Bräuche kennengelernt.

„Es war schön zu sehen, wie sehr die Lehrer ihre Arbeit lieben und wie sehr ihnen die Kinder am Herzen liegen. Dort kommt niemand an zweiter Stelle und jeder ist gleich viel Wert -  Krisen werden gemeinsam gelöst“, schwärmt Kollarczik weiter.

Und auch Bouvier-Azula ist sich sicher: „Ich möchte gerne wieder dorthin zurückkehren, einfach weil es mir gezeigt hat, dass es auch etwas komplett anderes gibt als nur unsere westliche Welt wie wir sie gewohnt sind.“

Kürzlich besuchte auch der Direktor der indischen Schule das Gymnasium Kurzwiese um mit den Schülern zu musizieren und eine Yoga-Stunde abzuhalten. Die Premiere des Dokumentarfilmes ist im Eisenstädter E_Cube geplant.

Zum Thema: