Erstellt am 03. Juni 2015, 08:18

von Doris Fischer

Lampel muss gehen – Wolf bleibt. In Steinbrunn fuhr die SPÖ ein Minus von 13,01 Prozent ein – die Freiheitlichen legten zu.

Wahlkämpferin. Hornsteins SPÖ-Kandidatin Judith Pratl (Mitte) begrüßte am Wahlsonntag Gertrude und Jakob Prior im Rathaus. Foto: Fischer  |  NOEN, Doris Fischer
Des einen Freud, des anderen Leid – so könnte man das Ergebnis der Landtagswahl zusammenfassen. Während das schlechte Abschneiden der SPÖ schon erste personelle Konsequenzen mit sich: Neufelds Bürgermeister Michael Lampel (SPÖ) verliert sein Bundesratsmandatm, dagegen darf sich Hornsteins Vizebürgermeister Christoph Wolf (ÖVP) auf eine weitere Periode im Landtag freuen.

Wolf-Freude über Vorzugsstimmenmandat

„Ich habe das Vorzugsstimmenmandat erreicht“, freut sich Wolf, der in Hornstein ein Plus von 1,68 Prozent einfahren konnte. Ebenso zufrieden mit den Vorzugsstimmen zeigt sich Hornsteins SPÖ-Kandidatin Judith Pratl. Sie bekam 527 Stimmen.

„Ich wollte sehen, wie ich in Hornstein stehe“, betont Pratl, die erstmals für den Landtag kandidierte. Natürlich schmerze sie der Verlust (-9,21 Prozent), aber: „Den Kopf hängen zu lassen, bringt nichts. Ärmeln aufkrempeln und weiterkämpfen ist angesagt.

SP-Schlappe in Steinbrunn: Minus 13 Prozent

Eines haben SPÖ und ÖVP gemeinsam: Niemand hätte mit einem derart hohen Wahlverlust gerechnet. Besonders hoch fiel die SPÖ-Schlappe jedoch in Steinbrunn aus: ein Minus von 13,01 Prozent.

„Die SPÖ hat eindeutig auf die falschen Themen gesetzt. Man kann nicht Angst schüren und versuchen, die FPÖ rechts zu überholen“, begründet Steinbrunns SPÖ-Obmann Behrouz Sayahpour das schlechte Abschneiden seiner Partei und hat auch gleich einen Tipp parat: „Die Roten sollen sich wieder auf ihre Werte besinnen. Hasspolitik ist nicht okay.“ Weiters schlägt er vor, die politische Funktion auf zwei Perioden zu beschränken.

Malek: „Für Koalition müssen die Themen passen“

Einen Verbleib von Landeshauptmann Hans Niessl wünscht sich der Neufelder Michael Lampel trotz der schweren Niederlage. „Wir haben so intensiv wahlgekämpft, wie noch nie. Einige Themen dürften nicht gepasst haben“, so Lampel und fordert: „Man muss rasch handeln.“

Große Zufriedenheit kommt hingegen beim freiheitlichen Kandidaten in Neufeld, Andreas Waller, und dem Steinbrunner Dieter Malek auf. In Steinbrunn konnte die FPÖ ein Plus von 6,88 Prozent und in Neufeld eines von 4,38 Prozent erzielen. „Ich habe eigentlich schon damit gerechnet“, stellt Dieter Malek fest.

Er wünscht sich Gespräche mit allen Parteien. „Für eine Koalition, mit wem auch immer, müssen die Themen passen. Das Beste zum Wohle der Burgenländer soll geschehen“, so Malek. Eine Regierungsbeteiligung der FPÖ sieht der Neufelder Andreas Waller nicht: „Die Roten und die Schwarzen werden sich wieder zusammenraufen.“