Erstellt am 10. August 2011, 00:00

Leere Keller  frühe Ernte. MANGEL / Aufgrund der schlechten Ernte vom Vorjahr herrscht bei vielen Weinbauern Knappheit an Weißwein.

Zuversichtlich. Junior-Chef Clemens Rainprecht aus Oggau ist gespannt auf die Ernte. Im Gegensatz zu vielen Weinbauern der Region blieben ihre Weingärten von den Unwettern großteils verschont.KANITSCH  |  NOEN
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VON MARIO KANITSCH

UND THOMAS PASCHER

BEZIRK / Zurzeit herrscht bei vielen Weinbauern des Bezirks ein Engpass bei den Weißweinen. Die Keller sind leer. Der Grund dafür liegt auf der Hand die, aufgrund des schlechten Wetters im Vorjahr, geringe Weinernte. Aufgrund dessen wird vielerorts bereits für die Sturmproduktion gelesen.

Bereits in der Weinernteschätzung, die die Statistik Austria Ende Oktober 2010 veröffentlichte, ist man von der geringsten Weinernte der letzten 20 Jahre ausgegangen. Diese Befürchtungen stellten sich, aufgrund einer neuerlichen Untersuchung der Statistik Austria, als wahr heraus. Bereits von Beginn der Weinlese des vergangenen Jahres an musste, wegen der beeinträchtigten Weinblüte durch die nasskalte Witterung, von einer geringeren Ernte ausgegangen werden. Aufgrund dieser Bedingungen waren die Trauben auch für Pilzerkrankungen sehr anfällig, was ebenfalls ein Grund für die Ernteausfälle ist. Das Burgenland ist, neben Niederösterreich, besonders betroffen. Die Unwetter des vergangenen Jahres zerstörten vor allem im Bezirk Eisenstadt und Umgebung einen beträchtlichen Teil der Ernte. Heuer möchten viele Weinbauern, um Einbußen zu vermeiden, bereits früher mit der Ernte beginnen, wie auch Matthias Siess, Obmann der Wein Burgenland, bestätigt: Die Sturmernte hat teilweise schon begonnen und viele Weinbauern wollen schon in ein bis zwei Wochen mit der Weißweinernte beginnen.

Frühzeitige Ernte würde zu  schlechterer Qualität führen

Dies wird auch durch Agrarlandesrat Andreas Liegenfeld bestätigt: Die Trauben müssen dabei schon halbwegs eine Reife haben, so Liegenfeld. Das ist aber kein Problem, weil es heuer bereits Ende Mai eine sehr frühe Blüte gegeben hätte. Das momentane feuchte Wetter beschleunigt die Reife, erklärt der Landesrat, der selbst als erfahrener Weinbauer gilt. Siess gibt sich allerdings vorsichtig: Wir sind zwar unter Zugzwang, weil die Keller eben leer sind, aber übereilen bringt nichts, denn sonst leidet die Qualität.

In dieselbe Kerbe schlägt auch Bruno Landauer, Winzer aus Rust: Man kann die Lese nicht einfach vorziehen, darunter würde die Qualität der Weine leiden. Es wird sich nach der Qualität des Weines gerichtet und nicht nach dem Markt. Der Weißwein ist zwar knapp, aber nicht aus.

Dies bestätigt auch Agrarlandesrat Andreas Liegenfeld: Man kann von einem Weinengpass im Burgenland ausgehen. Die Kunden müssen aber nicht fürchten, dass der Wein von Preissteigerungen betroffen sein könnte. Eine weitere Verteuerung verträgt der Markt nicht, sonst besteht die Gefahr, dass der Konsument auf günstigeren ausländischen Wein ausweicht, so Liegenfeld. Bereits diese Woche werden Weinbauern mit der Lese für Most und Sturm beginnen.