Erstellt am 29. Januar 2014, 23:59

Lehrer zog vor Gericht. Streit um Entlassung / HTL-Lehrer Herbert Schütz soll als Professor nicht unumstritten gewesen sein; es gab Anfragen von rund 20 Eltern.

Gerichtssache. HTL-Lehrer wollte nicht entlassen werden.  |  NOEN
Von Elisabeth Kirchmeir

EISENSTADT / Im Dezember 2012 war Herbert Schütz als Physik-Lehrer der HTL Eisenstadt entlassen worden. Vor dem Arbeits- und Sozialgericht kämpft er gegen die Beendigung seines Dienstvertrages. Befragt wurde eine für Personalangelegenheiten zuständige Mitarbeiterin des Landesschulrates. „Beschwerden hat es laufend gegeben“, sagte die Zeugin. Die Entlassung sei im Dezember 2012 ausgesprochen worden, weil Schütz im November weisungswidrig ein Seminar zur Physikolympiade besucht habe. Das habe, so die Zeugin, „das Fass zum Überlaufen gebracht“. „Am Tag des Seminars war Dr. Schütz krank. Wir haben eine Krankenstandsbestätigung vorgelegt“, erklärte dazu der Anwalt des entlassenen Lehrers.

Am 30. November und am 1. Dezember 2012 war an der HTL der Elternsprechtag abgehalten worden. „Dr. Schütz war an beiden Tagen krank“, so die Mitarbeiterin des Landeschulrates. „Es gab massive Beschwerden der Eltern, vor allem über die vielen Fehlstunden des Dr. Schütz. Wochenlang habe kein Unterricht stattgefunden.“

Eltern beanstandeten Unterrichtsmethoden 

Zirka 20 besorgte Mütter und Väter hätten den Abteilungsvorstand mit Fragen konfrontiert. Man habe wissen wollen, warum der Physik-Lehrer so oft fehlte, warum der Unterricht so mangelhaft sei und warum die Schule nichts unternehme. Am Montag, dem 3. Dezember 2012 habe der Abteilungsvorstand Schüler des Physik-Lehrers befragt. Dabei seien viele Vorwürfe geäußert worden. Schütz sei weiters am 4. Dezember 2012 unentschuldigt nicht zum Unterricht erschienen.

Prozess wurde vertagt

Bei einer Pressekonferenz im Oktober 2012 habe Schütz dem HTL-Direktor Stefan Wagner mangelnde Führungskompetenz und Mobbing vorgeworfen. Schütz argumentierte vor dem Arbeits- und Sozialgericht damit, es sei bereits im Oktober 2012 festgestanden, dass man sich seitens der Schule seiner entledigen wolle, und man habe nur belastende Fälle gesammelt. „Diesen Vorwurf muss ich zurückweisen“, so die Mitarbeiterin des Landesschulrates. „Wir sind froh, wenn keine Beschwerden über Lehrer kommen.“ Der Prozess wurde vertagt.